Ochtrup: Der größte Schandfleck der Stadt?

Das 1893 fertiggestellte Verwaltungsgebäude der Gebr. Laurenz mit seiner aufwendigen Neorenaissance-Fassade dokumentiert die einstige Bedeutung der Textilindustrie in Stadt und Region. Nach Zwischennutzungen steht das Gebäude im Eigentum der Stadt seit Jahren leer. Nach Angaben der Kommune ist der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf so umfangreich, dass eine Herrichtung für eigene Belange zu teuer sei.

Ausserdem wird massiv argumentiert, dass im Gegensatz zur prunkvollen Fassade der Bau selbst nur wenige historische Elemente, vor allem den ehemaligen Konferenzsaal des Unternehmens, enthalte. Deshalb werde von Stadt und einem Investor – dem Betreiber des benachbarten EOC – Euregio Outlet Center – die Aufgabe des Denkmalschutzes und der Abbruch betrieben. Die Stadt möchte die Fassade – für deren Sanierung allein Kosten von 2 Mio Euro angegeben werden – als prägenden Teil des Stadtbildes erhalten.

Das Westfälische Amt für Denkmalpflege hat in einer ersten Stellungnahme Ende September  die Streichung des Gebäudes aus der Denkmalliste strikt abgelehnt (Info hier).

Das EOC befindet sich auf dem früheren Fabrikgelände der Gebr. Laurenz und nutzt den 1942 von dem bekannten Kölner Kirchenbaumeister Dominikus Böhm errichteten „Rundbau“ des Unternehmens, ein Highlight der Vorkriegs-Moderne in Nordrhein-Westfalen. Nach eigenen Angaben möchte EOC-Investor Dankbar im Januar 2009 mit der Erweiterung der Verkaufsfläche von bisher 3500 auf 11500 qm beginnen.

Presseberichte vom

10.9.2008 (Westfäl. Nachrichten)

12.9.2008 (Ahlener Zeitung)

11.9.2008 (westline.de)

 

Eintrag in der Datenbank baukunst-nrw

(Foto: O. Mahlstedt / LWL-Medienzentrum für Westfalen)

 

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