Meissen: Deutscher kopiert erfolgreich chinesisches Spitzenprodukt

Auf den 15. Januar 1708 ist die erste Rezeptur für weisses Hartporzellan datiert; zuvor hatte Böttger mit seinen Helfern bereits 1707 das rote „Böttgersteinzeug“ entwickelt. Von Meissen aus, wo August der Starke die prestigeträchtige erste Prozellanmanufaktur in Europa gründete, breitete sich das kostbare Geschirr vor allem an den europäischen Fürstenhöfen aus, die sich ebenfalls um die Gründung hofeigener Betriebe bemühten. Nicht immer ist dabei klar, ob es sich eher um eine kostspielige oder eine einträgliche Sache handelte; wenn die Porzellanherstellung jedoch gelang, dann versprach sie hohes Prestige und einen Spitzenplatz in der „Industrie“ von Luxusgütern ihrer Zeit.

Schnell trennte man sich von asiatischen Vorbildern und entwickelte eigene Formen, Dekors und Anwendungen. Es sollte noch lange dauern, bis das Porzellan per industriellen Herstellungsverfahren den Weg auf jeden Tisch fand, ja sogar als „technisches Porzellan“ in die funktionalen Systeme etwa der Elektroindustrie.

Zum Artikel der welt-online

weitere Linktipps:

Berühmte Manufakturen:
Meissen
Sèvres

Museen und Sammlungen:
Deutsche Porzellanmuseen Selb u. Hohenberg
Frz. Porzellanmuseum „Adrien DuBouché“, Limoges
EU-Projekt „People and Potteries"

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