Industriekultur-Highlights im Jahr 2008

Wir dürfen uns auf neue Museen und Dauerausstellungen freuen. Im Mai wird in der St. Antony-Hütte in Oberhausen, einer Filiale des Schauplatzes Oberhausen des Rheinischen Industriemuseums, die neue Dauerausstellung zur Geschichte der Gutehoffnungshütte eröffnet – im Jahre des 150. Geburtstags. Im Sommer steht die Eröffnung des ersten Abschnittes des neuen Ruhrmuseums in der Kohlenwäsche der Zeche Zollverein an. In und um Aachen findet 2008 die Landesausstellung „Euregionale“ statt, in der auch industriekulturelle Projekte wie das Tuchwerk Aachen gefördert werden. Neben seinen Aktuellen Meldungen wird die industrie-kultur.de in Kürze in einer eigenen Service-Rubrik „Neue Museen“ auf in letzter Zeit neueröffnete oder grundlegend modernisierte Museen wie das Textilmuseum Neumünster hinweisen.

Sonderausstellungen sind das Salz in der Suppe des langjährigen Industriekultur-Freundes und eines der Hauptarbeitsfelder der „Profis“. Aber nur, wenn die Termine ausreichend früh bekannt gegeben werden, haben auch weiter entfernt wohnende Interessenten die Möglichkeit, ihre Reisepläne entsprechend zu gestalten. Zeitschrift und website industrie-kultur bemühen sich deshalb, so früh wie möglich von lohnenden Ausstellungen zu erfahren. Derzeit finden Sie die Ausstellungen unter „Service“ in drei Listen: „Laufende“, „Kommende“ und „Gewesene“ (Archiv). Alle Ausstellungen sind möglichst direkt mit ihrer homepage, der des veranstaltenden Museums oder der weiterführenden Quelle verlinkt.

Neben den noch aus dem vergangenen Jahr weiterlaufenden Ausstellungen wie dem Sextett nacht.aktiv des Rheinischen Industriemuseums (mit einem umfangreichen Beiprogramm) wird im Deutschen Historischen Museum in Berlin von Ende April bis Ende August die aufwendige Schau „Gründerzeit 1848-1871. Industrie und Lebensträume zwischen Vormärz und Kaiserreich“ zu sehen sein. Auf das vielfältige Ausstellungsprogramm der Sächsischen Industriemuseen kann an dieser Stelle nur hingewiesen werden. Zwei Ausstellungen nehmen 150. Geburtstage zum Anlass: In Augsburg wird rund um Rudolf Diesel (* 18. März 1858) ein umfangreiches Programm geboten (www.diesel-2008.de); MAN und die Stadt Augsburg organisieren eine Wanderausstellung. In Berlin wird dem ebenfalls vor 150 Jahren geborenen Max Planck (* 23. April 1858) im Deutschen Technik-Museum ab dem 27. April eine Ausstellung gewidmet.

Über die Ausstellungen von Mitgliedern des Erih-Netzwerks in ganz Europa informiert die website www.erih.net (Veranstaltungen). Termine und Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sammelt eine – auch über die industrie-kultur-website erreichbare – Datenbank. Über Veranstaltungen in ihrer Region informiert gezielt das jeweilige regionale Netzwerk oder Industriemuseum.

Neben der bereits erwähnten Gutehoffnungshütte können in diesem Jahr unter anderem die Ilseder Hütte, die Erdölförderung in Wieze, die König-Brauerei in Duisburg und die Firma Sartori & Berger in Kiel ihren 150. Geburtstag begehen.

Ihr Hundertjähriges feiern im Jahre 2008 so unterschiedliche Vertreter der Industriekultur wie das Ford-Modell T, der Maggi-Brühwürfel und die Melitta-Filtertüte. Unternehmen, die ihr erstes Jahrhundert vollenden, sind Olivetti und Lancia, General Motors und die Luftschiffbau Zeppelin und die Deutschen Werkstätten Hellerau. Erst halb so alt werden 2008 die NASA, die Marke Autan, und die Brio-Holzeisenbahn.

Auch im Bereich Verkehr gibt es im kommenden Jahr eine Vielzahl von runden Geburtstagen. Vor 150 Jahren wurden die Hamburger Hafenlotsen gegründet; der Hafen Wiesbaden-Schierstein und die Lahntalbahn wurden eröffnet. Ihren 125. Geburtstag feiern unter anderem der Orientexpress, die Drachenfelsbahn und die Eisenbahn auf Rügen. Hundert Jahre sind vergangen seit dem ersten deutschen Motorflug (Hans Grade); 75 Jahre alt werden der Hockenheimring und die Elektrifizierung der Wannseebahn. Bereits vor 50 Jahren (!) schliesslich entstand die Flensburger Verkehrssünderkartei.

An festen Terminen ist für 2008 zu notieren: 12. Mai (Pfingstmontag): Mühlentag; 18. Mai: Internationaler Museumstag; 21. Juni: Extraschicht: Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet; 28./29. Juni: Tag der Architektur (NRW: 21./22. Juni); 14. September: Tag des Offenen Denkmals (Thema: Archäologie und Bauforschung).

Wie Sie sehen, haben wir also das kommende Jahr fest im Blick, und der Terminkalender ist längst nicht mehr gähnend leer. Was uns nicht davon abhält, auch weiter Augen und Ohren offen zu halten und Sie mit allem zu versorgen, was uns im weiten Feld der „Industriekultur“ bemerkenswert erscheint.

Zuletzt zwei Bitten in eigener Sache: Am letzten Aprilwochende treffen sich in Köln die Industriekultur-Freunde, d.h. die Mit- und Zuarbeiter der Zeitschrift industrie-kultur, und die (eher professionellen) Mitglieder der TICCIH-Gruppe Deutschland. Neben „Arbeitssitzungen“ gibt es industrietouristische und gesellige Programmpunkte. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Norbert Tempel (norbert.tempel@lwl.org) oder Alexander Kierdorf (kierdorf_indukult@gmx.de).

Um Zeitschrift und website industrie-kultur immer lohnend und aktuell zu gestalten, sind wir auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Schicken Sie uns eigene Texte und Bilder, Termine und andere Informationen! Wir werden sie – im Rahmen unserer Möglichkeiten – für alle zugänglich machen.

Die Redaktion

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag