Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

NRW: Ruhrtriennale am 1. September eröffnet – sechs Industriedenkmale dienen als Festspielstätten.

Was wäre für das Ruhrgebiet charakteristischer als Maschinenhallen und Werkstätten? Heute oft als hochrangige Denkmale geschätzt, bilden sie weit mehr als den Hintergrund für Musik, Tanz und Theater auf hohem Niveau. Und wer ein „Triennale-Package“ bucht, erhält selbstverständlich eine Führung durch den Veranstaltungsort; bei mehrtägigen Aufenthalten stehen Besuche in Kunst- wie in Industriemuseen auf dem Programm. Neben den Theatern in Duisburg und Bochum und dem Bochumer Casablanca-Kino sind die industriekulturellen Veranstaltungsorte von West nach Ost: Gebläsehalle und Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord; das Maschinenhaus der Zeche Carl, das Salzlager der Kokerei Zollverein und das PACT auf Schacht 1/2/8 der Zeche Zollverein, alle in Essen; die Jahrhunderthalle in Bochum sowie die Maschinenhalle der Zeche Zweckel in Gladbeck. Auf der homepage der Triennale wie im Programmheft werden die Spielorte mit ihrer Geschichte und Architektur ausführlich vorgestellt.

PACT_thomas_Mayer.jpgZeche Zollverein 1/2/8, ehem. Kaue (Foto: Thomas Mayer)

Als kleines „Extra“ bietet die homepage exklusiv eine Fotoserie mit Titel „Stahl, Natur, Licht“, mit der sich der Wiener Fotograf Stefan Liewehr künstlerisch mit industriellen Formen auseinandersetzt.

Was vor Jahren als gewagtes Experiment und Provisorium begann, die Nutzung von Industriebauten für kulturelle Großveranstaltungen, ist – nicht immer zur Freude der Denkmalpflege, die schmerzhafte bauliche Eingriffe beklagte – nicht etwa als Eintagsfliege verglüht. Sie hat vielmehr einen festen Platz in der kulturellen Landschaft erreicht und sorgt tatsächlich für den dauerhaften Erhalt vieler technischer Großbauten, für die man sich lange keine postindustrielle Nutzung vorstellen konnte und wollte. Und noch immer kommen neue Bauten als Ausstellungs- und Veranstaltungszentren dazu, wie etwa im Dortmunder Süden. Die Wirkung dieser gelungenen Umnutzungen ist inzwischen weltweit spürbar – man denke nur an die diesjährige Kulturhauptstadt Luxemburg und ihr regional ausgebreitetes Progamm.

Noch bis zum 14. Oktober können Veranstaltungen besucht werden. Information und Buchung über:

http://www.ruhrtriennale.de/

Salzl_Matthias_Baus.jpgSalzlager Kokerei Zollverein (Foto: Matthias Baus)