Archiv für den Monat: Januar 2013

Frankfurt/Main: 150 Jahre Farbwerke Hoechst

­Heute allerdings ist von dem Konzerngiganten nicht mehr viel übrig: Globale Fusionen und Aufteilungen führten zu einem organisatorischen Verschwinden des einstigen Großunternehmens. Am Standort Hoechst wird seit 1994 der „Industriepark Hoechst“ betrieben, der nach eigenen Angaben auch zahlreiche Aktivitäten zum Jubiläumsjahr anbietet.

Zur Pressemeldung des Industrieparks Hoechst 
­
Mehrere mit der Unternehmensgeschichte verbundene Industriedenkmale präsentiert auch die lokale Route „Frankfurt-West“ der Route Industriekultur Rhein-Main; die Broschüre kann aus dem Internet herunterladen werden. Eindrucksvollstes Zeugnis ist des Unternehmens ist sicher die in den 1920er Jahren von Peter Behrens im Stil des Backsteinexpressionismus gestaltete Hauptverwaltung, deren Silhouette auch das Firmenlogo schmückte; aber auch die Jahrhunderthalle“ im Stil der 1950er Jahre gehört zu den Highlights ihrer Zeit. 

Wien: Gemeinschaftsausstellung «Industrie» in der Galerie OstLicht

­Auf welche Weise industrielle Produktion vor sich geht, bleibt meistens unsichtbar – für die, die nicht darin arbeiten, sind Fabriken unzugängliche Orte. Die Herstellung von Gütern ist auch deshalb aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden, weil zahlreiche Werke in den letzten Jahrzehnten in Österreich geschlossen und die Fertigung in andere Länder verlagert wurde. Ehemalige industrielle Betriebsanlagen verfallen oder werden umgewidmet.

Die Künstler und Künstlerinnen in der Ausstellung gehen unter anderem folgenden Fragen nach: Wie zeigt sich Fabriksarbeit heute, und wie hat sie sich verändert? Auf welche Weise findet diese in verschiedenen geographischen Regionen statt? Wie schreibt sich die Arbeit an Maschinen in den Körper der Arbeitenden und deren Bewegungsabläufe ein? Welche Auswirkungen hat industrielle Produktion auf Landschaft und Umwelt? Wie stellen sich Räume dar, aus denen die Arbeit verschwunden ist?

An der Ausstellung beteiligt sind:
Anatoliy Babiychuk, Carla Bobadilla, Edward Burtynsky, Elisabeth Czihak, Michael Goldgruber, Birgit Graschopf, Katharina Gruzei, Cornelia Hauer, Ernst Logar, Walter Niedermayr, Markus Oberndorfer, Sascha Reichstein, Thomas Ruff, Margherita Spiluttini, Max Wegscheidler

Nähere Informationen hier

Industrie
24. Januar bis 30. März 2013
Eröffnung: Mi 23. Januar 13, 19 Uhr

OstLicht. Galerie für Fotographie
Absberggasse 27
A-1100 Wien
T 0043 (0)1996 20 66
F 0043 (0)1996 20 66 – 66

Öffnungszeiten:
Mi bis Sa 12 bis 18 Uhr

Speyer/Sinsheim: Initiator der privaten Technikmuseen gestorben

­Der Unternehmer begann in der bescheidenen Holzwerkstatt seines Vaters und entwickelte schließlich das bekannte Gerüstbausystem, das seinen Namen trägt; sein Lebenslauf gehört zu den großen Geschichten der deutschen Nachkriegswirtschaft.

Eine ausführliche Lebensgeschichte sowie Presseberichte auf der Website der Technikmuseen.

­

Rostock: Traditionsschiff „Georg Büchner“ soll verschrottet werden

Dabei ist die besondere Situation der DDR-Seeschiffahrt bereits mehrfach als wichtige historische Konstellation herausgestellt worden, etwa in einer Ausstellung des Deutschen Technik-Museums vor wenigen Jahren. Auch der im Herbst 2012 angelaufene Spielfilm "Wir wollten aufs Meer" thematisiert diese Epoche.

Auch die Freunde der belgischen Schifffahrtsgeschichte sind entsetzt über das drohende Ende des letzten erhaltenen Vertreters der "Albertville"-Klasse, die eine wichtige Rolle in der späten belgischen Kolonialgeschichte spielte.

Inzwischen haben nach Medienberichten auch die Denkmalämter der Stadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern dem Verkauf des Schiffes und seiner Streichung aus der Denkmalliste widersprochen. Die Denkmaleigenschaft sei nach wie vor gegeben, und falls die Stadt nicht zum Unterhalt bereit sei, gebe es weitere Interessenten für das Schiff. 

Zu den aktuellen Medienberichten über den Wikipedia-Eintrag des Schiffes 

Köln: Rheinbrücken müssen wegen Überlastung gesperrt werden

­Zählungen hatten zuvor ergeben, dass sich seit der Sperrung in Leverkusen der über die Mülheimer Brücke fließende Schwerlastverkehr verdreifacht hat. Auch weitere der in der Nachkriegszeit neu oder wieder auf-gebauten Kölner Rheinbrücken sind nur eingeschränkt nutzbar: Die Zoobrücke, Teil der „Stadtatobahn“, dürfen nur noch LKWs bis 30 t bei verringerter Geschwindigkeit passieren. Die innerstädtische Deutzer Brücke darf gar nur von Fahrzeugen bis 3,5 t genutzt werden. Sie und die benachbarte Zoobrücke sind zudem durch die seit Jahren andauernden U-Bahn-Bauarbeiten sowie Sanierungsarbeiten im Umfeld eingeschränkt. So bleibt inzwischen nur noch die Rodenkirchener Autobahnbrücke ohne Begrenzungen.

Wann sich die inzwischen auch den gesamten innerstädtischen Verkehr stark belastende Situation wieder entspannen könnte, bleibt ungewiss. Zunächst soll die Anfang der 1950er Jahre als Hängebrücke wiederaufgebaute Mülheimer Brücke ab 2015 generalüberholt werden, was zunächst weitere Einschränkungen bedeutet. Aber auch die anderen Brücken warten auf weitere Sanierungsarbeiten. Die Leverkusener Autobbahnbrücke, Kölns einzige Schrägseilbrücke, gilt als zu gering dimensioniert und soll möglichst bald völlig ersetzt werden. Sie untersteht als Teil des Autobahnnetzes direkt der Landesstraßenbauverwaltung. Für die Pflege und Sanierung der übrigen Brücken muss die Stadt Köln dagegen zunächst selbst aufkommen und erhält Fördermittel des Landes.

Während die Stadt, die sich vom linken Rheinufer auch dank der Brücken – insgesamt zwei Eisenbahn- und sechs Strassenbrücken, davon drei mit Strassenbahn-Gleiskörper – auf beide Rheinseiten ausgedehnt hat, die zunehmende Bedeutung der rechten Rheinseite betont, drohen die Brücken damit zum Nadelöhr zu werden. Auch eine Erweiterung der Eisenbahnbrücken wird diskutiert, obwohl die 1911 eingeweihte Hohenzollernbrücke inzwischen sechsgleisig ausgebaut ist. Die Zunahme des innerörtlichen Verkehrs – Kölns Einwohnerzahl soll in den nächsten Jahrzehnten weiter wachsen – wie auch die Zunahme des Bahn- und Autobahnverkehrs sowohl in Ost-West- wie in Nord-Süd-Richtung überfordert zunehmend die lokale und regionale Verkehrsinfrastruktur, die auch aufgrund der dichten Besiedlung kaum weiter ausgebaut werden kann.

Die Kölner Rheinbrücken sind aufgrund ihrer technischen Vielfalt und ästhetischen Bedeutung wichtige Denkmale im Stadtbild wie auch der Geschichte des Brückenbaus im allgemeinen. Ihre verbindende Funktion hält die Metropole Köln zusammen und symbolisiert zugleich die Weltoffenheit der Stadt als Verkehrs- und Durchgangsort. Um dieses Gleichgewicht zu erhalten, scheint nach verbreiteter Ansicht eine stärkere Nutzung anderer Transportwege, insbesondere der Eisenbahn und des Binnenschiffsverkehrs, der einzig sinnvolle Ausweg. Die kann aber, wie oft betont wird, weder die Stadt noch die Region alleine leisten, sondern hängt von Weichenstellungen auf nationaler, ja europäischer Ebene ab. Sonst droht der Stadt wie ihren Brücken auf absehbare Zeit der Kollaps.