Archiv für den Monat: Juli 2011

München: Zwei Ausstellungen zur Fotografie und Industriekultur im Stadtmuseum

­ Ab 1855 entstand mit der Industriefotografie ein neues Genre, dem sich viele bedeutende europäische Fotografen im Auftrag von Eisenbahngesellschaften, Bauträgern, Architekten oder Industrieunternehmen zuwandten. Zahlreiche Bauten moderner Ingenieurskunst wurden seitdem als bildwürdig erachtet.

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Walker Evans: Bethlehem, Pennsylvania, 1958 © The Metropolitan Museum of Art, New York

Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der Industriefotografie von den Anfängen bis zur Gegenwart an Beispielen aus der Sammlung Fotografie nach. Zu sehen sind ca. 120 Aufnahmen u.a. von Franz Hanfstaengl, Georg Böttger, Francis Frith, Peter Keetman, Toni Schneiders, Ludwig Windstoßer oder Joachim Brohm. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog im Ernst Wasmuth-Verlag Berlin mit Aufsätzen von Ulrich Pohlmann und Rudolf Scheutle. Begleitend zeigt das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum am Donnerstag, den 21. April 2011 Filme von Willy Zielke zum Thema – u.a. „Das Stahltier“ (1935).

Website zur Ausstellung

Stadtmuseum München 
Sankt-Jakobs-Platz 1
80331 München
Telefon: 089 233-22370
Fax: 089 233-25033
E-Mail: stadtmuseum@muenchen.de

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr

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Heinrich Heidersberger: Gasometer Braunschweig, 1952 © Institut Heidersberger, Wolfsburg

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Essen/Wetter: Route Industriekultur: Erweiterte Neuauflage der Unternehmervillen-Broschüre vorgestellt

­Das Thema „Unternehmervillen“ sei nicht ganz leicht touristisch zu erschließen: viele Bauten würden nach wie vor privat genutzt, und hier müsse mit Fingerspitzengefühl vorgegangen werden, damit die Interessen sowohl der Besucher und Touristen wie der Bewohner gewahrt blieben. Andere Bauten seien durch öffentliche Nutzung problemlos auch unangemeldet zu besichtigen, etwa die Villa Post in Hagen oder die Villa Vorsteher in Wetter. Einige dienen auch als Hotel (Haus Küchen / Residenz Uhlenhorst in Mülheim/Ruhr) und Haus Niedernhof in Herdecke. Auch die Villa Bönnhof in Wetter sei ein gutes Beispiel dafür, dass eine „Privatisierung“ nicht zwangsläufig mit dem Ausschluß der Öffentlichkeit einhergehe. Vielmehr öffne der neue Eigentümer mit einem Cafe und Ausstellungen das zuvor als städtisches Jugendzentrum genutzte Haus weiterhin der Öffentlichkeit und betreibe zugleich eine behutsame Sanierung.

Auch bei anderen herrschaftlichen Häusern sind Veränderungen zu erwarten. Die Stadt Hagen sucht, wie aus den Ratsunterlagen hervorgeht, für den Hohenhof, die von dem belgischen Jugendstilkünstler Henri van de Velde gestaltete Villa des Mäzens Karl Ernst Osthaus, einen neuen Träger auf regionaler Ebene; zugleich werde die Kandidatur für das Unesco-Welterbe angestrebt. Das noch immer ruinöse, nur äußerlich sanierte Haus Hartenfels von Peter Klöckner im Duisburger Stadtwald soll nach Medienangaben jetzt durch einen Investor in Wohnungen umgebaut werden. Auch für Haus Ende in Herdecke, einst Wohnsitz von Robert Müser (Harpener Bergbau AG) und Albert Vögler (Vereinigte Stahlwerke), Eigentum der AWO, das seine Funktion als Teil einer Zivildienstschule verloren hat, muss eine neue Bestimmung gefunden werden. In der neuen Auflage wurde die Route unter anderem erweitert um die Scheidt-Villen in Essen-Kettwig, sowie jeweils mehrere Wohnbauten in Dortmund und Hagen, darunter eine weitere Villa von Henry van de Velde.

Link zur Website der Route Industriekultur

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Köln: Ausstellung präsentiert bekannte und vergessene Kölner Marken

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Eine Sonderausstellung des Kölnischen Stadtmuseums in Kooperation mit dem Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv präsentiert nach eigenen Angaben typische Kölner Produkte, die Geschichte ihrer Firmen und die damit verbundenen Reklamekampagnen und historische Werbefilme, die den Namen Kölns einst in die Welt trugen: „Schenke von Herzen, doch was es auch sei – 4711 ist immer dabei.“ So wie das „Wunderwasser“ aus Köln ganze Generationen (und nicht nur die Großmütter) mit seinem Duft betörte, schworen Raucher lange auf blauen Dunst aus der Domstadt: „Leicht bekömmlich muss es sein – wie die Overstolz vom Rhein“. Und als ein Kölner Limonaden-Hersteller die Welt der rumorenden Sixties in den kollektiven Rauschzustand versetzte, wusste jeder, was dahinter steckt: „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola. Alles ist in afri-cola“.

Stollwerck, Klosterfrau, Imo, Farina, Deutz und Agrippina: Nicht immer geben die Marken und Produkte aus der Rheinmetropole ihre Herkunft so offensichtlich preis wie die hier gebauten Ford-Automobile: Der 12 m und 15 m, der Buckeltaunus oder die Badewanne: Sie trugen stolz das Kölner Wappen am Blechkleid in die Welt hinaus. Aber wem ist schon bekannt, dass das Tefifon, ein Vorläufer von Tonband und Kassettenrekorder, in Köln-Porz das Licht der Welt erblickte, dass Ostermann in Ehrenfeld Schiffsschrauben goss? Oder Bierbaum & Proenten (B & P) die Werktätigen aller Länder vereinigt – im Tragen von Berufsbekleidung aus Kölner Produktion?

So gibt die Ausstellung spannende Einblicke in die bunte Markenwelt. „Made in Cologne“ erzählt von Kölner Unternehmen, die sich noch heute international behaupten – und solchen, die nur noch in unserer Erinnerung existieren. Es gilt, eine Menge zu entdecken: Geschichten von Kölschem Unternehmergeist, Werbung vergangener Tage und all das, was Kölner Marken mit den Kölner Menschen verbindet. Oder wissen Sie, was Heinrich Böll mit Sidol zu tun hatte?

Der Begleitband zur Ausstellung „Made in Cologne“ ist im Bachem Verlag erschienen:
Kramp, Mario ⁄ Soénius, Ulrich S.
Made in Cologne. Kölner Marken für die Welt
Köln 2011

„Made in Cologne – Kölner Marken für die Welt“ bis 11.9.2011, Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln, Di 10-20 Uhr, Mi- So 10-17 Uhr, am ersten Donnerstag eines Monats 10-22 Uhr, Eintritt 3,50/1,50 Euro. Katalog: 9,95 Euro

Bericht der Stadt Köln

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Kattowitz: ERIH Jahreskonferenz 2011 „Industrial Heritage & Web 2.0“ vom 28. bis 30. September

­­­ Die Konferenz findet in Kooperation mit dem Weimarer Dreieck (Schlesien in Polen/Nordrhrein-Westfalen in Deutschland/Nord-Pas de Calais in Frankreich) statt, das in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen feiert. Konferenzsprache ist englisch, Simultandolmetscher sind vorgesehen.

Vorläufiges PROGRAMM

Mittwoch, 28. September 2011

Anreise

20:3O  Dinner

Donnerstag, 29. September 2011

8:45  Registrierung / Kaffee

9:00  Begrüßung

9:15 – 11:00 Vorträge

11:00 – 11.30  Kaffeepause

11:30 – 13:00  Vorträge

13:00 – 14:00  Mittagspause

14:00 – 16:00  Vorträge

16:00 – 17:45  Mitgliederversammlung ERIH European Route of Industrial Heritage e.V. (nur für Mitglieder ERIH e.V.)

18:30  Transfer vom Conference Hotel zum ERIH Ankerpunkt GUIDO in Zabrze

Dinner unter Tage

22:00 Transfer zum Hotel

Freitag, 30. September 2011

9:15  Transfer vom Konferenzhotel nach Tychy

10.00  Besuch des ERIH Ankerpunkts Tyskie Browarium (Brauereimuseum)

12:30 – 13.30  Mittagessen

14:00 – 15:00  Besuch der Arbeitersiedlung Nikszowiec in Kattowitz

15:00  Transfer nach Katowitz (Flughafen und Hotel) ­

Organisation

Weitere Infos zur Konferenz, den Hotels und Anreisehinweise sowie das Programm werden aktuell auf der ERIH-Webseite bereitgestellt.

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