Archiv für den Monat: Juni 2011

Siegen: 150 Jahre Eisenbahnverbindung mit Rhein und Ruhr – und ihre ungewisse Zukunft

­­ Der Bau der Ruhr-Sieg-Eisenbahnlinie vor 150 Jahren stellte, so die Organisatoren der Website, eine prägende Zäsur für die Region Südwestfalen dar. Es wurde eine neue Lebensader für die Region Südwestfalen geschaffen, die nicht nur der Wirtschaft neue Impulse brachte, sondern auch den Alltagsrhythmus, die Mobilität und damit den Erfahrungsraum der Menschen ­veränderte und zudem die Kulturlandschaft der Region nachhaltig beeinflusste. Zum Jubiläumsjahr werden die Kommunen – wie vor 150 Jahren auch – einiges "gemeinsam auf die Schiene" bekommen. Aktuelle Informationen auf einer Website im Rahmen der „Kulturregion Südwestfalen“. Über die Darstellung der Eisenbahngeschichte hinaus ist es ein wichtiges Anliegen einer privaten Internetseite zur Siegerlandbahn, die heutige Rolle der Eisenbahn im Verhältnis zu anderen Verkehrsträgern zu beschreiben und auf die Notwendigkeit hinzuweisen, schlüssige Verkehrskonzepte für Mobilität und Logistik der Zukunft in der Region Siegerland zu entwickeln.  So biete das Jubiläum im Jahr 2011 einen willkommenen Anlaß, um einerseits der historischen Leistung der Eisenbahn für das Überleben der Siegerländer Wirtschaft und der Bevölkerung Anerkennung zu zollen, andererseits die Probleme bei dem Erhalt und der Modernisierung der Bahnstrecken zu überwinden. Anläßlich der Jubelfeiern sollten Bahn-Chef Dr. Grube und der Bundesverkehrsminister Ramsauer ins Siegerland kommen, um mit dem Land und den Kreisen über konkrete Zukunftsperspektiven der Bahn zu reden. Auch ausserhalb des Bundesverkehrswegeplanes gäbe es Möglichkeiten, um zu einem allseits befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Die Ruhr-Sieg-Bahn sei nicht mehr mit vordringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan ausgewiesen. Damit würden keine Bundesmittel für einen Ausbau der Strecke bereitgestellt. Derzeit führe DB-Netz nicht einmal notwendige Baumaßnahmen zur Erhaltung dieses wichtigen Verkehrsweges durch. Gegen diese Art der Verkehrspolitik von DB und Bundesregierung rege sich Widerstand im Siegerland.

Downloads zur Ruhr-Sieg Strecke:

Dokument 1

­Doku­ment 2

 

 

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Gladbeck: NRW-Stiftung „auf Zweckel“

­ Die NRW-Stiftung veranstaltet nach eigenen Angaben zu ihrem 25. Geburtstag eine landesweite Jubiläumstour und wird am Samstag, 2. Juli 2011 in Gladbeck in der Zeche Zweckel Station machen. Das imposante Industriedenkmal ist dann offen für alle interessierten Besucher. Ab 15 Uhr werden kostenfreie Führungen durch das Industriedenkmal angeboten. In der großen Halle präsentiert sich zudem die NRW-Stiftung gemeinsam örtlichen Projektpartnern: – Martin Luther Forum, Gladbeck – Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur – Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten – Hof Wessels (Jugendwerk- und Bauernhof der Hertener Bürgerstiftung), Herten – Schloss Horst, Gelsenkirchen – Galerie Architektur und Arbeit, Gelsenkirchen – Naturschutzbund, Ortsgruppe Dorsten e.V., Dorsten – Gruben- und Feldbahnmuseum / Muttenthalbahn e.V., Witten Am frühen Abend lädt die NRW-Stiftung dann zu einer ganz besonderen Veranstaltung ein: Um 19.00 Uhr führt das Westfälische Landestheater (WLT) das neue Theaterstück „Projekt Heimat. Die Vögel“ in der Zeche Zweckel auf. Eingebettet in Aristophanes‘ antike Komödie „Die Vögel“ entwickelt das Ensemble um Christian Scholze vom Westfälischen Landestheater eine Reflektion über das Leben von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen, über Erfahrungen, über Freuden und Schwierigkeiten des Migrant-Seins und darüber, was Heimat bedeutet. Es spielen Dagny Dewath, Burghard Braun und Ali Murtaza. Vor dem Hintergrund, dass inzwischen etwa ein Viertel aller Menschen in NRW eine Migrationsgeschichte haben, befasst sich die Nordrhein-Westfalen-Stiftung in ihrem Jubiläumsjahr vertärkt mit diesem Thema. Das Theaterstück über Heimat, Heimatgefühl und Menschen mit Migrationshintergrund entstand in Kooperation mit dem WLT und wird an verschiedenen Orten aufgeführt, die im Zusammenhang mit Förderungen der NRW-Stiftung stehen. Der Eintritt, die Führungen und das Theaterstück sind kostenfrei. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Anschrift des Veranstaltungsortes: Maschinenhalle Zeche Zweckel, Frentroper Straße 74, 45966 Gladbeck

Weitere Informationen unter www.nrw-stiftung.de

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Paris: Fagus-Werk in Alfeld/Leine zum Welterbe erklärt

­ Im Jahr 1911 beauftragte der Industrielle Carl Benscheidt den damals noch nicht einmal 30-jährigen Architekten Walter Gropius und seinen Mitarbeiter Adolf Meyer mit dem Bau seiner neuen Schuhleisten-Fabrik in Alfeld. Benscheidt bewies durch sein Vertrauen in Gropius’ moderne Auffassung von Architektur ein gutes Gespür, denn die Fabrik stellt rückblickend das Manifest der "Neuen Sachlichkeit" dar. Mit der Konstruktion aus Glas und Stahl und den stützenlosen, vollständig verglasten Ecken, die zum Markenzeichen des Neuen Bauens wurden, verlieh Gropius dem dreistöckigen Fassadengebäude seine schwerelose Eleganz, die damals für Fabriken außergewöhnlich war. Das Fagus-Werk veranschaulicht die revolutionierenden Ideen von Gropius. Er prägte mit seinem Erstlingswerk eine neue Stilrichtung und ebnete damit der Architektur der Moderne den Weg. Der funktionalistische Industriekomplex wurde in drei Bauabschnitten von 1911 bis 1925 errichtet, eine letzte Erweiterung wurde 1938 von Peter Neufert ausgeführt. Die Architektur der einzelnen Gebäude passt sich deren Funktion an. So ist das Lagerhaus ein solider Steinbau, während die Werkstatt durch große Glasfronten eine helle und somit zum Arbeiten optimale Umgebung schafft. Gropius‘ Architektur mit stützfreien Ecken, die nur mit Glas verhängt sind, markieren den Beginn der modernen Skelettbauweise. Aufgrund industrieller Innovationen und neuer Technologien wurden die insgesamt zehn Fabrikkomponenten im Laufe der letzten 100 Jahre teilweise renoviert und umgenutzt. Da das Gelände schon seit 1946 ein eingetragenes Baudenkmal ist, wurden die Umbauten nach Gropius‘ stilistischen Vorgaben und mit entsprechenden Materialien ausgeführt. Der Name der Fabrik leitet sich aus dem lateinischen Wort "Fagus" für Buche bzw. Buchenholz ab. Aus diesem Material wurden – bis zum Umstieg auf Kunststoffe in den 1970er Jahren – die Schuhleisten hergestellt. Auch im Jahr des 100. Jubiläums werden im Fagus-Werk noch Schuhleisten produziert.

Weitere Informationen: Fagus-Werk in Alfeld: www.fagus-gropius.com

Ansprechpartner: Karl Schünemann, Fagus-GreCon, Telefon: 05181 / 79-288 E-Mail: karl.schuenemann(at)grecon-weinig.de

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Brüssel / Antwerpen: Europa Nostra zeichnet Umbau und Sanierung des Antwerpener Hauptbahnhofs mit Denkmalpflegepreis 2011 aus

­ Europa Nostra schrieb dazu: This project’s award recognises the exceptional achievement of turning a terminal station – typical for 19th century railway architecture – into a through station – a bare necessity in the 21st century – while returning the monumental railway station building to its former glory. The jury appreciated the immense quality of the work executed in all its elements, from the outstanding conservation of the station building with its huge canopy, to the creation of the 3 level railway underpass. New and old, contemporary and historical, are found to be in perfect symbiosis with each other. The positive interaction of the refurbished station with its surrounding urban landscape proves that the preservation of the existing station was the only option and that the technical challenge of creating an effective thoroughfare had to be surmounted. Demolition would have been too easy and would only have resulted in the destruction of the urban landscape.” Antwerp Central Station has been the “Railway Cathedral” for two centuries. The National Belgian Railway Company, SNCB-Holding, took up the challenge to transform the 1905 station into one meeting 2010 technological requirements and social needs, while still respecting its cultural heritage. The monumental architecture of the station has been painstakingly restored and integrated within a new structure by the architects, creating a dynamic blend of old and new, of stone, and brick and concrete. The 3.8km tunnel drilled under the existing station allowing high speed trains to travel between Amsterdam and Brussels, took eleven years of work, yet did not interrupt traffic.(Quelle)

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Köln: Alte und neue Häfen im Focus

­ Vor allem die Flächen für den Containerumschlag werden knapp; im nördlich gelegenen Niehler Hafen, unsprünglich ein Industriehafen, sind dafür schon weite Flächen freigeräumt worden. Nun soll im Süden Entlastung geschaffen werden, so die HGK (Häfen und Güterverkehr Köln). Die Gegner argumentieren, dass auf der vorgesehenen Fläche, die einst als Deponie für Bodenaushub diente und somit künstlich entstand, sich ein wertvolles Biotop entwickelt habe, das zudem den Stadtteil Sürth von der Godorf-Wesselinger Industrie abschirme. Ob eine Mehrheit der Kölner Bevölkerung jedoch Interesse an diesem Thema, oder sogar Sympathie für diese Gegner hat, wird bezweifelt. Ebenfalls eine langjährige Diskussion wird über die Zukunft des Deutzer Hafens geführt. Während erhebliche Teile von Politik und Verwaltung hier das „Erfolgsmodell Rheinauhafen“ (wir berichteten) wiederholen will, sieht die Häfengesellschaft als Eigentümerin weiterhin erheblichen ökonomisch-logistischen Bedarf für den um 1910 gebauten rechtsrheinischen Industriehafen auf Höhe des Rheinauhafens. Unter anderem befinden sich hier Kölns einzige Großmühle, sowie mehrere Stahl- und Schrotthandelsunternehmen. Währenddessen werden immer wieder historische Bauten im Hafen abgebrochen. Der aus mehreren Unternehmen und ihren Anlagen zusammengewachsenen „Aurora“-Großmühle billigt die zuständige Fachbehörde zwar keinen Denkmalwert zu, geht aber davon aus, dass sie als prägendes städtebauliches Element in eine Neuplanung- und Nutzung einbezogen wird. Der Mülheimer Hafen, der als staatlicher Schutzhafen nicht direkt der Stadt bzw. ihrer Häfengesellschaft untersteht, war zwar in der Vergangenheit („Speer-Masterplan“) bereits Gegenstand von Neuplanungen, erscheint aber als Standort wichtiger Infrastruktur- und schiffahrtsbezogener Betriebe (Wasser- und Schiffahrtsamt, Kölner Schiffswerft Deutz, Tauchbetrieb) unverzichtbar und einer Neustrukturierung und Umnutzung deshalb zunächst nicht ausgeliefert. Die Nähe zum historisch bedeutenden Industrieareal an der Deutz-Mülheimer Strasse sowie die Existenz weiterer auch baulich interessanter Anlagen entlang der Hafenstrasse mit Ansätzen einer Umnutzung und erheblichem Potential könnten auch die weitere Entwicklung des Hafenareals beeinflussen. Nach Probeläufen im vergangenen Herbst auf Anregung der HGK werden nun von März bis Oktober 2011 an jedem ersten Freitag im Monat dreistündige, kommerzielle Hafenrundfahrten angeboten, bei denen insbesondere der Niehler Hafen besucht wird.

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Für Kölns wohl bedeutendstes schwimmendes stadthistorisches Denkmal, das 1938 erbaute Ratsschiff „MS Stadt Köln“, das von der HGK betreut wird, konnte bisher nicht, wie vom Rat der Stadt gewünscht, eine neue, tragfähige Nutzung gefunden werden. Die Sanierungskosten werden inzwischen nach Medienberichten auf 1 Mio Euro geschätzt. Statt eines Verkaufs in Ausland oder einer Nutzung als festliegendes Hotelschiff, heisst es weiter, favorisiere die Stadt die Übernahme durch einen gemeinnützigen Verein, der das Schiff, das seit drei Jahren im Niehler Hafen der Öffentlichkeit weitgehend verborgen ist, mit privaten Mitteln wieder in Betrieb nehmen soll.

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