Archiv für den Monat: Juni 2009

Essen: Bundesregierung unterstützt „dringend notwendige Investitionen“ auf Zeche Zollverein mit fast zehn Millionen Euro

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt von 2009 bis 2013 insgesamt 150 Millionen Euro zur Förderung von Investitionen in nationale UNESCO-Welterbestätten zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm sollen nach Angaben des Ministeriums dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der historischen Stätten von Weltrang ermöglicht und eine welterbeverträgliche Entwicklung der Kommunen unterstützt werden.

Minister Tiefensee stellte dazu fest: "Die Zeche Zollverein ist ein beispielhafter Ort für die Bergbaugeschichte und die Entwicklung der Industrie-Architektur in einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas. Außerdem ist sie heute ein wichtiges Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW. Der Welterbetitel ist eine Auszeichnung, bedeutet aber auch eine große Verantwortung und Verpflichtung, sorgsam mit diesem Erbe umzugehen und es für künftige Generationen zu bewahren. Der Bund unterstützt die Stadt Essen bei dieser wichtigen Aufgabe mit fast 10 Millionen Euro."

Es handle sich um nationale Aufgaben, so zitieren Medien den Minister weiter; die Regionen könnten dies allein nicht stemmen.

Für das Welterbe Zollverein hat die Stiftung Zollverein nach eigenem Bekunden insgesamt 43 Projekte eingereicht; der Fokus liege hierbei auf der Kokerei Zollverein. „Die Kokerei Zollverein ist verglichen mit Schacht XII fast noch ein ungeschliffenes Juwel. Unser Anliegen mit den Projektanträgen war es, auf der Kokerei in den nächsten Jahren mit der Sanierung und dem Erhalt der Anlagen die Ansiedlung von Unternehmen besser zu ermöglichen. Mit dem Welterbeförderprogramm können wir beides tun: zum einen können wir den Bestand des Industriekomplexes bewahren, zum anderen Beschäftigungen kurzfristig in der Baubranche sowie langfristig im Bereich der Kreativwirtschaft unterstützen“, so Hermann Marth.

Zahlreiche im Rahmen der „Kulturhauptstadt Ruhr2010“ vorgesehen Projekte sind nach jüngsten Presseberichten aus unterschiedlichen Gründen gefährdet. So stehe das Vorhaben „Zollverein unter Tage“ wegen Nachhaltigkeitsbedenken auf der Kippe. Auch die Aktion „Schachtzeichen“, bei der ehemalige Kohleschächte durch Ballons markiert werden sollen, sei gefährdet. Statt bei einer großen Feier „Auf Schalke“ soll nun auch die Öffentlichkeit bei der Eröffnung am 9. Januar auf Zollverein dabei sein. Obwohl insbesondere Sponsorengelder noch in erheblichem Umfang fehlen, beruhigt Fritz Pleitgen: „Ein Fiasko wird es nie und nimmer“. Auf Druck der EU wirbt man inzwischen aber wieder mit dem alten Slogan "Essen für das Ruhrgebiet".

Aktueller Pressebericht

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Brügge: Die Scheepsdalebrug, einzige Vierendeel-Drehbrücke, soll verschwinden

Bei der VVIA heisst es dazu weiter:

Volgens gegevens waarover we beschikken is de Scheepsdalebrug in Brugge de oudste Vierendeel-brug die in ons land nog bestaat. Ze is nog geklonken volgens de principes van ir. Vierendeel, de meeste andere zijn gelast. Vermoedelijk is het ook de enige Vierendeel-draaibrug in de wereld.De Scheepsdalebrug verving na de eerste wereldoorlog een vernielde brug, en dateert vermoedelijk van ca. 1920. De andere Vierendeelbruggen werden in de tweede wereldoorlog vernield.

Ingenieur Arthur Vierendeel (1852-1940) bezorgde einde vorige eeuw de metaalconstructie volledig nieuwe principes door diagonaalloze metalen liggers te ontwerpen. Zijn rekenmodel was revolutionair en ingenieur Vierendeel oogste lof uit heel de wereld. In feite was hij de grootste vernieuwer van het bouwen in metaal na Eiffel – jammer genoeg zijn we ons daarvan te weinig bewust…

De Vlaamse Bouwmeester lanceerde in 2007 een open oproep voor de bouw van een nieuwe brug waarbij enkel gesteld werd dat de brug "erg verouderd" was, maar volledig voorbij gegaan werd aan de historische waarde ervan. Voor de bouw van een nieuwe brug werd een budget van 3 miljoen euro vooropgesteld, maar dat is nu al opgelopen tot 7 miljoen.

Ook bij de diensten van ruimtelijke ordening, monumentenzorg, de stad Brugge,… was niemand op de hoogte van de unieke waarde van deze brug – en daardoor werd ‚en stoemmelings‘ een slopingsvergunning zonder voorwaarden afgeleverd. De werken aan de nieuwe brug zouden na het bouwverlof beginnen.

Wie een steentje wil bijdragen aan het redden van de Scheepsdalebrug schrijve een brief aan

– W&Z Waterwegen en Zeekanaal nv, Oostdijk 110, 2830 Willebroek

– het Stadsbestuur van Brugge, Burg 12 – 8000 Brugge

– en de Stedelijke Dienst Monumentenzorg en Stadsvernieuwing, Oostmeers 17, 8000 Brugge

– de Vlaamse Minister bevoegd voor de Monumentenzorg, Dirk Van Mechelen, Koning Albert II-laan 19, 1210 Brussel

– het Agentschap R-O Vlaanderen, Onroerend Erfgoed, Koning Albert II Laan 19 bus 3, 1210 Brussel

We roepen iedereen op om te pleiten voor het behoud van de Scheepsdalebrug. In principe is dit mogelijk: ze zou eerst met een grote kraan op de oever gezet en daar dan in stukken gebrand worden. Maar ze zou ook naar een andere locatie kunnen overgebracht worden als monument, of eventueel ergens in het Brugse fungeren als fietsbrug.

Zum Original des Aufrufs mit zahlreichen Fotos

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Gummersbach: Ausstellung „das werk + die stadt“ über die Kesselbau-Firma L & C Steinmüller

„Steinmüller ist Gummersbach – Gummersbach ist Steinmüller“ heißt es. Wie eng die Geschichte des Dampfkesselherstellers in den 125 Jahren seiner Existenz tatsächlich mit der der Stadt Gummersbach verknüpft war und ist, zeigt die Ausstellung „das werk + die stadt“, die vom 29. Mai bis 2. Juli 2009 in Halle 32 auf dem Steinmüllergelände zu sehen ist.

Den Weg von den mühsamen Anfängen bis hin zu den glanzvollen Jahrzehnten begleitet die Ausstellung auf anschauliche Weise in zehn Stationen mit zahlreichen großen und kleinen Exponaten, Fotos, Bildtafeln. Zugleich zeigt sie, dass Gummersbach es verstanden hat, die Krise mit dem Niedergang des Traditionsunternehmens als Chance zu begreifen und mit einer aktiven Stadtentwicklungspolitik eine allgemeine Aufbruchstimmung in der Stadt zu erzeugen.

Ein Highlight unter den Exponaten ist die restaurierte englische Lokomobile von 1872, die die Besucher vor Ort bestaunen können. Kurator der Ausstellung der Entwicklungsgesellschaft Gummersbach mbH ist der Gummersbacher Historiker Jürgen Woelke. Unterstützung bei der grafischen und inhaltlichen Umsetzung lieferte die Conny Koeppl vom Büro vice versa. Ein Katalog ist für ¤ 5 erhältlich.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag: 10:00 bis 18:00 Uhr; Freitag: 10:00 bis 16:00 Uh; Samstag und Sonntag: 11:00 bis 16:00 Uhr

Weitere Informationen unter www.steinmuellergelaende.de

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„Tag der Architektur“ zeigt Verknüpfung von Bauen und Industriekultur

Unter dem offensiven Motto „Zeichen setzen!“ laden am 27. und 28. Juni 2009 Architektinnen und Architekten mit ihren Bauherren alle Interessierten dazu ein, sich neue und erneuerte Bauten sowie Parks, Gärten und Plätze vor Ort anzusehen. Der Tag der Architektur bietet dabei nach Angaben der Veranstalter allein in Nordrhein-Westfalen ein Programm, das es in dieser Größenordnung und Vielfalt noch nicht gegeben hat: An 539 Bauwerken in 185 Städten und Gemeinden werden die Türen weit geöffnet sein, um Besucher zu empfangen.

Seit dem Jahr 1996 laden Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner gemeinsam mit ihren Bauherren dazu ein, Neubauten, Umbauten, Anbauten oder neu- bzw. umgestaltete Freiflächen zu besichtigen. Anlass ist der landesweite „Tag der Architektur“, der immer im Juni stattfindet und bei dem das Gespräch zwischen interessierten Laien und Fachleuten im Mittelpunkt steht.

In NRW gibt es – wie jedes Jahr – auch einige Highlights aus dem Bereich der Industriekultur – in der Regel Umnutzungen. Hier eine Übersicht:

Bielefeld: Loftbüro in der ehemaligen „Bielefelder Molkerei“

Bielefeld: Umnutzung einer Wäschefabrik von 1890

Bonn: Umbau eines Wasserwerks zum Bürogebäude (die industrie-kultur berichtete; siehe Foto oben)

Burscheid: Umbau einer Badeanstalt zum Kulturzentrum

Duisburg: Büroräume der Bauhütte des Landschaftsparks Nord

Düsseldorf: Ergänzung auf historischem Fabrikareal in Derendorf

Herne: Umbau und Sanierung der Fördermaschinenhalle Unser Fritz 3

Horn-Bad Meinberg: Freilegung eines historischen Hohlweges

Köln-Ehrenfeld: Umbau eines Industriegebäudes für die Agentur denkwerk

Köln-Zollstock: Wohnen auf einem Hochbunker

Köln-Sülz: Umbau einer historischen Fabrik zum Büroloft

Köln-Zentrum: Silo/Lager im Rheinauhafen wird Büroloft

Mülheim an der Ruhr: Revitalisierung eines Bürogebäudes von 1920

Münster: Germania Campus mit Hotel in historischer Brauerei

Neuss: Altes Produktionsgebäude wird Verwaltung

Rheine: Umbau einer historischen Kornbrennerei für Wohnen und Büro

Wuppertal: Sanierung einer hölzernen Turnhalle von 1911

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Über die Datenbank der NRW-Architektenkammer lassen sich detaillierte Informationen zu den jeweiligen Bauten und den Besuchszeiten abfragen.

Die anderen Bundesländer bieten ähnliche Programme – es informiert die jeweilige Architektenkammer. Eine Übersicht bietet die Website der Bundesarchitektenkammer.

(Fotos: AK NRW; Malte Lehrke (oben); Markus Bollen)

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Köln: Auf Schicht – NRW-Industriegeschiche „von unten“ im WDR-Fernsehen

In vielen Fällen haben sich Menschen über Generationen mit „ihrem“ Unternehmen, „ihrer“ Firma, „ihrer“ Hütte oder Zeche identifiziert, waren stolz auf den wirtschaftlichen Erfolg und in Krisenzeiten loyal. Sie haben ein Stück Leben an ihrem Arbeitsplatz verbracht und diese Bindung an Kinder und Enkel weitergegeben. In der mehrteiligen Dokumentationsreihe kommen sie mit ihrer privaten, persönlichen Erinnerung an die Wirtschaftsgeschichte des Landes zu Wort. Sie erzählen, was ihr Unternehmen für sie und ihre Familie bedeutet hat – und was davon heute noch übrig ist.

In der ersten Folge stehen Stahlarbeiter im Mittelpunkt, ehemalige Mitarbeiter von Hoesch und Thyssen, die den Wiederbeginn nach dem Krieg, die Zeit des Wirtschaftswunders und die Stahlkrise erlebt und erlitten haben. Sie erzählen von beinharter „Maloche“ und von tragischen Unfällen, die man zu Hause lieber verschwiegen hat, um die eigene Familie nicht zu verängstigen. Seit den glorreichen Tagen der Stahlhütten an Rhein und Ruhr hat sich die Wertschätzung der Arbeit am Hochofen dramatisch verändert. Die Sorge um den Arbeitsplatz hat das Leben der Stahlarbeiter und ihrer Familien umgekrempelt. In den 80er Jahren traten die Frauen der Hoesch-Stahlkocher sogar in einen Hungerstreik, um für den Erhalt der Dortmunder Hochöfen zu kämpfen. Nicht ganz vergeblich: Zwar sind die Arbeitsplätze verschwunden, nicht aber der Stolz auf ein Leben für den Stahl.

WDR Fernsehen, 19.06.2009, 20.15 Uhr
Auf Schicht – Ein Leben für den Stahl
Ein Film von Uli Veith

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In der zweiten Folge blicken sechs Näherinnen und ein Bügler auf ihr Arbeitsleben in der Bekleidungsindustrie zurück. Hier schneiderte ein Heer von Tausenden von Arbeiterinnen in unscheinbaren Hinterhöfen über Jahrzehnte jene Stoffe zusammen, die Millionen Bundesbürger trugen. Direkt nach dem Krieg mussten sie in umgebauten Schulen und leer stehenden Kaufhäusern schuften – die Industriegebäude waren ausgebombt. So trugen die Näherinnen in den 60er Jahren zum Aufstieg einer Branche bei, deren größtes Unternehmen Steilmann von NRW aus ganz Europa eroberte. In den 70er kam die Krise. Die Arbeit wanderte ins Ausland ab. Und obwohl es ihnen keiner zutraute, kämpften die Näherinnen in Bonn für ihre Arbeitsplätze und gegen die Globalisierung – zu einer Zeit, als es den Begriff noch gar nicht gab. Eine Lobby wie die Kumpels aus dem Ruhrgebiet hatten sie nie. Und deshalb mussten sie mit ansehen, wie ein Betrieb nach dem anderen geschlossen wurde. Heute stehen die Nähsäle leer. Nur eine Ausnahme gibt es: Ein 200 Jahre altes Familieunternehmen in Köln leistet sich immer noch eine eigene Produktion. Hier steht er, der letzte Nähsaal des Landes…

WDR Fernsehen, 26.06.2009, 20.15 Uhr
Auf Schicht – Ein Leben für Stoff und Mode
Ein Film von Dennis Wells

In weiteren Folgen im Herbst geht es um die Automobil- und die Chemieindustrie.

Info unter www.wdr.de

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