Archiv für den Monat: April 2009

Köln/Saarbrücken: Dreiteiler „Die Stählerne Zeit“ kommt Anfang Mai ins Fernsehen

Vor gut 150 Jahren – so schreibt der WDR dazu – befand sich Deutschland in einem tiefgreifenden Wandel, der das Leben der Menschen grundlegend verändert. Die industrielle Revolution macht aus beschaulichen Dörfern bizarre Fabriklandschaften mit qualmenden Schloten und Wohnsiedlungen für das Heer der Arbeiter, die in die wachsenden Städte strömen. Handwerksarbeit wird verdrängt durch Fabrikware, die schneller und billiger produziert werden kann und oft sogar hochwertiger ist als traditionelle Handarbeit. Die Textilbranche durchlebt diesen Umbruch als erstes, die heimarbeitenden Weber arbeiten verzweifelt und vergeblich gegen die Spinn- und Webmaschinen der riesigen neuen Fabriken nach englischem Vorbild an.Und die werden da gebaut, wo viele Menschen auf einen Verdienst hoffen. Für Abertausende von Arbeiterfamilien reicht der Lohn für die zermürbende Schufterei in Textilfabriken, in Minen und an Hochöfen anfangs knapp zum Überleben. Männer, aber auch Frauen und Kinder stehen oft 14 Stunden am Tag an lärmenden Maschinen, deren unerbittlicher Takt ihr Leben bestimmt. Doch was bleibt ihnen übrig, wenn sie für sich und ihre Familien das Brot verdienen müssen?

Ihre Arbeitskraft ist das Kapital der Industriebarone, die den industriellen Umbruch hierzulande begeistert unterstützen und mit ihrer Initiative und ihrem Geld vorantreiben. Ihre Produkte aus Eisen und Stahl und die Errungenschaften der Technik verändern das Land, die Eisenbahn verlangt eine einheitliche Uhrzeit, die Monumente der ersten Weltausstellungen sind Ausdruck des Fortschrittsglaubens dieser Zeit.Textilfabrikanten, Stahlbarone und Zechenbesitzer bestimmen zunächst ziemlich ungestört und willkürlich die Regeln von Produktionsablauf, Arbeitszeit und Verdienst und regieren sogar ins Privatleben der von ihnen Abhängigen ein. Fügen müssen und sollen sich die Arbeiter. Doch die werden anfangen, für gerechten Lohn und verträgliche Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

Es ist die Basis für eine neue politische Bewegung, und mit Streiks und Protesten demonstrieren die Arbeiter ihr neues Selbstverständnis. Betriebskrankenhäuser, Sozialkassen und Werkswohnungen verbessern ihre Lage, eine neue Freizeitkultur entsteht.Am Ende ist aus dem zersplitterten Agrarstaat eine der wichtigsten Industrienationen der Welt geworden. Es wurden die Wurzeln für den Wohlstand geschaffen, von dem wir heute noch leben.Ein unglaublicher Wandel, der bis heute Spuren hinterlassen hat. Doch wer waren die Menschen, die den Wandel erlebten, erlitten und gestalteten? Was dachten und fühlten sie?

Die dreiteilige Reihe „Die Stählerne Zeit“ erzählt die Schicksale von sechs Menschen, deren Lebensläufe verbürgt sind. Sie lässt so die Bedrängnisse und Hoffnungen dieser Epoche wieder aufleben und verfolgt den Alltag und den Wandel des Industriezeitalter im Textilgewerbe, in der Stahlproduktion und im Bergwerk.

Mit neu entdeckten Dokumenten und Filmmaterialien, opulent gefilmten Industriedenkmälern und mit an Originalschauplätzen – darunter mehreren Standorten der Industriemuseen in NRW – gedrehten Szenen lässt die Dokumentationsreihe ihre Zuschauer die Umbrüche dieser Stählernen Zeit miterleben.

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Folge 1: Die Not der Weber

Hermann Enters, ein deutscher Auswanderer, der 1940 in Milwaukee starb, hat ein einmaliges Dokument hinterlassen: Briefe, in denen er seine Kindheit als Sohn eines Bandwirkers um 1850 im Bergischen Land schilderte. Die Region um das Wuppertal ist im frühen 19. Jahrhundert das Manchester Deutschlands: Überall werden Fabriken gebaut, Wasserräder errichtet, Dampfmaschinen aufgestellt. Zu den Wirtschaftspionieren gehört auch der streng protestantische Friedrich Engels (1796-1860), gleichnamiger Vater des späten Mitbegründers des Kommunismus. Er gründet 1838 eine Textilfabrik in Engelskirchen und wird – mit Hilfe von Kinderarbeit – reich. Doch sein Sohn wird sich gegen ihn auflehnen. Währenddessen erlebt Hermann Enters, wie sein Vater trotz härtester Arbeit die Familie nicht mehr ernähren kann, und er schließlich aus der Schule genommen und in eine Lehre verkauft wird.

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Folge 2: Im Reich des Stahlbarons

Kein deutscher Unternehmer des 19. Jahrhunderts war so umstritten wie der saarländische Stahlbaron Karl Ferdinand Stumm, Freiherr von Stumm-Halberg (1836-1901). Als 22jähriger übernimmt er ein kleines Stahlwerk und baut es zum größten privaten Unternehmen im Saarland aus. In ganz Deutschland berüchtigt ist sein Heiratsverbot, mit dem er seinen Arbeiter mit der Entlassung drohte, wenn sie ohne seine Einwilligung heiraten. Gleichzeitig war Stumm einer der ersten Unternehmer, die Hilfskassen für ihre Arbeiter einführten. Der Stahlbaron, Freund Kaiser Wilhelms II., sah sein System der „milden und der strengen Hand“ als Vorbild für das gesamte Reich. Bis heute ist in Neunkirchen das Schicksal eines Stummschen Arbeiters im Gedächtnis der „Hüttenmänner“, der ohne Erlaubnis Stumms geheiratet hatte und sich aus Verzweiflung über seine darauf folgende Entlassung erhängte.

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Folge 3: Der Stolz der Arbeiter

1889 erschüttert der erste große Streik das Deutsche Reich: Im Revier und anderswo legen sich Bergarbeiter aus Protest gegen die Willkür der Unternehmer die Arbeit nieder. Eine Streikdelegation wird sogar von Kaiser Wilhelm II. empfangen. Einer von ihnen ist August Siegel (1856-1936), ein Bergmann aus Dorstfeld, der am Beginn der Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet eine wichtige und heute zu Unrecht vergessene Rolle spielt. Siegel, der kaum bekannte Erinnerungen hinterließ, kam wie viele aus Sachsen ins Ruhrgebiet und erlebte noch die Zeit, als ohne Maschinen die Kohle aus dem Flöz gehauen wurde. Nach dem Streik muss er Frau und Kinder verlassen und nach England fliehen. Gegner im großen Streik ist Emil Kirdorf (1847-1938), der den Bau der heute als Weltkulturerbe ausgezeichneten Zeche Zollverein initiiert. Er ist als angestellter Direktor der Gelsenkirchener Bergbau AG abhängig von den Tycoons des Ruhrgebiets, im Gegensatz zu den patriarchalischen Unternehmern jedoch ein schroff und streitlustig kämpfender Manager. Während Siegel Mitbegründer der Keimzelle der späteren IG Bergbau und Chemie wird, führt Kirdorfs kompromisslose Haltung ihn nach 1933 an die Seite Hitlers.

Übersicht:

Folge 1: DIE NOT DER WEBER, 1. Mai 2009, 18. 30 Uhr bis 19.15 Uhr (Buch Anne Roerkohl; Redaktion Gudrun Wolter (WDR), Marie-Elisabeth Denzer (SR); Regie Anne Roerkohl und Roland May)

Folge 2: DAS REICH DES STAHLBARONS, 1. Mai 2009, 19.15 Uhr bis 20.00 Uhr (Buch: Rüdiger Morsdorf; Redaktion Vera Meyer-Matheis und Marie-Elisabeth Denzer (SR); Regie: Anne Roerkohl, Roland May)

Folge 3: DER STOLZ DER ARBEITER, 3. Mai 2009, 13.45 Uhr bis 14.30 Uhr (Buch: Barbara Stupp; Redaktion: Gudrun Wolter (WDR), Marie-Elisabeth Denzer (SR); Regie: Anne Roerkohl, Roland May)

Kostuemaufn.450.jpgCo-Regisseur Roland May bei Aufnahme einer Spielszene

(Texte: WDR; Fotos: WDR/Resa Asarschahar)

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Hanau: Hafenfest 85 Jahre Mainhafen vom 30. April bis 3. Mai 2009

Der Mainhafen Hanau ist nach eigenen Angaben einer der umschlagsgrößten Häfen am Main, Main-Donau-Kanal und Donau. Mit jährlich bis zu 1.800 Schiffsbewegungen und rund 30.000 abgefertigten Waggons werden zurzeit ca. 3,3 Mio. Tonnen in Hanau umgeschlagen.Bereits vor über 100 Jahren erstellte man in Hanau Pläne für den Bau eines Hafens; 1909 wurde der Bau beschlossen, er konnte aber erst 1924 eröffnet werden. Heute ist der Hafen, eine Abteilung der Stadtwerke Hanau GmbH, als Schnittstelle zu den Verkehrssystemen Wasser, Schiene und Straße optimal an die jeweiligen Verkehrswege angeschlossen. Unternehmen der Chemie- und Baustoffindustrie sind ebenfalls im Hafen vertreten. Kurze Wege für den Nutzer ergeben sich durch das im Hafen ansässige Zollamt.

Mehr zur Geschichte des Hafens

Das Hafenfest beginnt am 30. April um 17.00 Uhr und bietet bis in die Abendstunden am 3. Mai 2009 jede Menge Spaß zu Land und zu Wasser. 4 Tage lang verwandelt sich der Hafen in eine Festmeile, auf der für Jung und Alt ein vielseitiges Programm geboten wird:

– Hafenrundfahrten
– Kunsthandwerkermarkt
– Bootskorso
– Fahrgeschäfte
– Dampflokfahrten
– Kinderspektakel
– Action im und am Hafenbecken
– Livemusik: GINA, Helium6, The Quinns, Bockband, Shantychöre, Blasmusikorchester

Von Freitag bis Sonntag jeweils ab ca. 11 Uhr kann eine Ausstellung im alten Hafenamt besichtigt werden. Eine Dampflok pendelt zwischen Hauptbahnhof und Hafen. Die „Wikinger I“ verkehrt auf dem Fluß zwischen Kesselstadt und Niederauheim. Das Rhenusgelände (Tor 1) kann Samstags und Sonntags ab 11 Uhr im Rahmen einen „Offenen Tür“ besichtigt werden.

Genaue Programmübersicht als pdf

Der Mainhafen Hanau ist Teil der „Route der Industriekultur Rhein-Main“

Veranstaltungsort:

Mainhafen Hanau, Saarstr. 12, 63450 Hanau

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Großräschen/Lausitz: IBA SEE lädt ein zur Internationalen Konferenz „Chance: Bergbau-Folge-Landschaft“ am 15.-17. September 2009

Ziele & Inhalte

Die Konferenz präsentiert verschiedene Bergbauregionen und ihre Strategien zur Bewältigung des Strukturwandels. Zentrale Fragen sind, wie man mit dem Weggang der Industrie umgeht, welche Potenziale die Sanierung der bergbaulich beanspruchten Landschaften bietet und wie die Region eine neue Identität entwickeln kann. In verschiedenen Vorträgen werden spezifische Aspekte der Restrukturierung von Bergbauregionen diskutiert. Darüber hinaus ist eine thematische Exkursion in das Konferenzprogramm integriert.

Zielgruppe

Die Konferenz richtet sich an ein interdisziplinäres Fachpublikum – vom Bergbauingenieur über den Regionalentwickler, Planer, Soziologen, Land- und Forstwirte bis hin zum Kunstschaffenden – sowie an Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, an Unternehmen, Universitäten, Vereine und Verbände sowie Forschungseinrichtungen, die sich mit der Entwicklung von Bergbauregionen auseinandersetzen. Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch.

Programm

Am ersten Konferenztag stellen sich Bergbauregionen weltweit vor – von der Lausitz geht die Reise zu anderen europäischen Regionen, weiter nach Kanada, Chile, Südafrika, Australien, China und wieder zurück in die Lausitz. Anschließend werden die 10 Thesen zum Umgang mit Landschaften nach dem Bergbau präsentiert.

10:30     Regionen im Wandel:

Berichte aus Frankreich, Portugal, Kanada, Chile, Südafrika, Australien, China und Tschechien

Am zweiten Konferenztag setzen sich drei parallele Kolloquien mit der Steuerung des Wandlungsprozesses, der regionalen Identitätsbildung sowie aktuellen Nutzungsansprüchen an die Landschaft auseinander. Nach einer Open-Space-Diskussion zu den 10 Thesen geht es auf Entdeckungstour in den aktiven Tagebau und ins neu entstehende Lausitzer Seenland.

Kolloquium A: Strategien & Instrumente

Kolloquium B: Identitätswandel

Kolloquium C: Landnutzungen

Der dritte Konferenztag führt die Fäden wieder zusammen: In einer Podiumsdiskussion werden die Ergebnisse der Konferenz ausgewertet und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Wie diese Erfahrungen ausgetauscht und verbreitet werden können, zeigen verschiedene Netzwerke, die weltweit arbeiten.

09:00     Podiumsdiskussion

11:00     Netzwerke für Bergbauregionen (u.a. Post-Mining Alliance/ Eden Project)

Aktuelle Information und Anmeldung über die IBA-Homepage

Ort und Veranstalter

IBA-Terrassen / Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land

Seestraße 84-86, 01983 Großräschen

Fon +49 (0)35753 – 370 0, Fax +49 (0)35753 – 370 12

info@iba-see.de

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Apolda/Weimar: Studentenworkshop zu den Total-Werken von Egon Eiermann

Der "Eiermann-Bau" in Apolda teilt das Schicksal vieler historischer Industriebauten: Er steht leer. Als Ensemble von besonderer architekturgeschichtlicher Bedeutung wurden der Altbau (1906/07) und dessen bauliche Erweiterung (1938/39, Egon Eiermann) im Jahr 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Die Thüringer Kleinstadt Apolda hatte im 19. Jahrhundert – besonders durch die Strick- und Wirkwarenindustrie – einen rasanten Aufschwung genommen. Die Wirtschaftskrisen der 1920er und die Exportembargos der 1930er Jahre führten jedoch zum Niedergang der Textilproduktion; in den Fabrikgebäuden siedelte sich meist Rüstungsindustrie an. Die Berliner Total KG Übernahm 1936 einen solchen Fabrikbau und stellte dort Feuerlöscher, später auch Flammenwerfer und Granaten her. Mit einem Erweiterungsbau wurde 1938 Egon Eiermann beauftragt.

Der damals junge Berliner Architekt Egon Eiermann (1904-70), nach dem 2. Weltkrieg dann bekannt für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin und das Abgeordnetenhochhaus in Bonn ("Langer Eugen"), beschäftigte sich im Dritten Reich mit dem Industriebau, für den eine moderne Formensprache akzeptiert bzw. gewünscht war. Der Auftrag für die "Total-Werke" forderte die Erweiterung des älteren Fabrikgebäudes (1906/07), dessen sichtbares Betonskelett zum bestimmenden Motiv des Anbaus wurde. Bereits Zeitgenossen lobten den eleganten Bau mit seinem Dachgarten samt Flugdach und den gläsernen Treppenhäusern, der uns heute als Vorbote der Nachkriegsmoderne erscheint.

1994 wurde die Produktion der Feuerlöschgeräte eingestellt. Heute dient der Industriebau temporären Nutzungen; ein Verein kümmert sich um die Erhaltung und die Zugänglichkeit des Baus. Vor dem Hintergrund Apoldas als überdurchschnittlich schrumpfende Stadt erweist sich die Suche nach neuen Nutzungskonzepten als besonders schwierig.

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Die Studenten sollen ein Konzept für Erhaltung und Nutzung des bedeutenden, aber seit längerer Zeit leerstehenden Industriegebäudes in einer strukturschwachen Region unter Einbeziehung der vielschichtigen denkmalpflegerischen und städtebaulichen Fragestellungen erarbeiten.

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Betreut wird der vierte Studentenworkshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie die Bauhaus-Universität Weimar,  Fakultät Architektur, Denkmalpflege und Baugeschichte.

Teilnahmegebühr: 100 Euro, Unterkunft und Verpflegung frei

Anmeldung:

Bewerben können sich Studenten des 3. bis 6. Semesters, die an Fragen der Denkmalpflege interessiert sind und interdisziplinär und praxisnahmiteinander arbeiten wollen.

Die Bewerbungen mit kurzem Motivationsschreiben und Lebenslauf sind bis zum 30. April 2009 (Datum des Poststempels gilt) zu richten an die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Graurheindorfer Straße 198, 53117 Bonn

weitere Informationen

Ausschreibung der Bauhaus-Universität Weimar

Zu den Total-Werken ausführlich unter eiermannbauten.de

Nachtrag 2011: Workshop-Dokumentation als Bd. 77 der Publikationen des Dt. Nationalkomitees für Denkmalschutz kostenfrei hier erhältlich

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Hagen: LWL-Freilichtmuseum Hagen plant die Zukunft bis 2020

"Die Konzeption des LWL-Freilichtmuseum Hagen ist einmalig in Europa: Es ist das einzige Freilichtmuseum, das sich ausschließlich der Geschichte von Handwerk und Technik widmet. Mit dem Museumsentwicklungsplan wollen wir den Wert des Museums sowie als erfahrungsreichen Ort sinnvoller Freizeitgestaltung stärken und es so zukunftsfähig machen", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Die Besucher sollen künftig bereits auf dem Weg vom Parkplatz zum Museumseingang unter dem Motto "Mäcki will’s wissen" vom Museumsmaskottchen, einer Katze, auf den Besuch des Museums eingestimmt werden. Um deutlich zu machen, wie sich Handwerksberufe entwickeln und neue entstehen, sollen auch jüngere Handwerke in das LWL-Freilichtmuseum einziehen. So soll das Haus Sümmern zum "Haus des jüngeren Handwerks" werden. Hier sollen Handwerke Raum finden, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu oder zu Massenhandwerken entwickelt haben wie beispielsweise der Elektriker. "Auch dadurch wird das Museum noch stärker als bislang zu einem erlebbaren Wissensspeicher und so zu einem Ort lebenslangen Lernens für Alle", so Rüschoff-Thale.

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Das Handwerk soll noch stärker erlebbar werden. Dazu plant das LWL-Freilichtmuseum beispielsweise "Anfass-Stationen", an denen die Besucher selbst aktiv werden können, ein Experimentierfeld Wasser und eine Museumswerkstatt. In diesem rund 200 Quadratmeter großen Gebäude können Besucher Erfahrungen mit verschiedenen Werkstoffen und Techniken sammeln.Den Bereich der Kleinschmieden will das Museum grundsätzlich neu ordnen: Einige der kleinen Gebäude mit ihren sehr spezialisierten Werkstätten ziehen um. Sie werden künftig den Weg vom Kleinschmiedenbereich zum Sensenhammer verkürzen. In der Nähe der Kleinschmieden entsteht ein "Informationszentrum Schmieden", in dem die Besucher audiovisuellen Informationen zum Thema Schmieden erhalten. Außerdem soll die Architekturinszenierung eines Fallhammerwerks auf die Entwicklung des Schmiedehandwerks verweisen.

Im Bereich "Druck und Papier" plant das LWL-Freilichtmuseum zwei neue Gebäude: An der Stelle der bisherigen Restaurierungswerkstatt, die in einen Neubau umzieht, entsteht ein zusätzliches Druckereigebäude, in dem eine Rotationsmaschine für den Zeitungsdruck die Besucher faszinieren soll. Das Handwerkerdorf im oberen Museumsbereich erhält eine zweite Bäckerei, um das beliebte Brot auch ausreichend für die Besucher anzubieten.

Sonderausstellungen von überregionaler Strahlkraft sollen das Museum noch bekannter machen. Sie sollen in einem Gebäude gezeigt werden, das der LWL in den nächsten Jahren bauen will und somit die Attraktivität des Museums steigern.

"Mit den zahlreichen Maßnahmen sichern wir die Kernkompetenzen des Museums und stärken seine Vermittlungsarbeit. Aufgrund seiner hohen Besuchszahlen zählt das LWL-Freilichtmuseum zu den bedeutenden kulturellen und touristischen Anziehungspunkten in Westfalen-Lippe", so Rüschoff-Thale.

Weitere aktuelle Informationen aus dem und über das Museum

(Quelle: Pressemitteilung LWL)

 

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