Archiv für den Monat: Mai 2008

Newcastle/Gateshead, UK: EUROPA NOSTRA ANNUAL CONGRESS 2008

Northumberland has always been at the frontier; the northernmost frontier of the Roman Empire; the frontier between England and Scotland. The banks of the Tyne gave birth to an amazing engineering heritage. The depth of a river close to the sea, power derived from coal, intellectual and craft skills, enabled Newcastle and Gateshead to become one of the frontiers of the industrial revolution. A very special part of England, jealous of its independence, proud of its industrial heritage and working class traditions, is looking forward to your visit.

Apart form the meetings of the Management Committee, the Council and the General Assembly, the Congress will explore the engineering heritage, not only of this region, but of Europe too. We will celebrate the contribution of different cultures to our common European heritage. Hadrian’s Wall was one of the first multi-cultural societies in Europe, the north-east of England remains a multi-cultural experience.

Sir Neil Cossons, former chairman of English Heritage and a renowned industrial archaeologist, will give the keynote speech at our Forum on Engineering Heritage. Dame Liz Forgan, chair of the Heritage Lottery Fund, will present the European Union Prize for Cultural Heritage / Europa Nostra Awards at a ceremony to be held in Durham Cathedral, one of the grea test Romanesque sites in Europe, redolent of the power of the Norman state.

Tours in the Northumberland countryside will be a complete contrast to NewcastleGateshead. You will see how Lord Armstrong, the great engineer and industrialist, carved a micro-climate from a moorland landscape and built the first house in the world to use electric power. At Housesteads Fort you will be able to imagine life on the wild and hostile Roman frontier. The Post Congress Tour will concentrate on Northumberland’s later history; its castles built against the invading Scots, but also the elegant country houses, and their notable gardens, built by the descendants of those castle-builders whose family names continue through the centuries and are still represented today.

John Sell
Chairman Europa Nostra UK

Information zum Gesamtprogramm

Zum Programm des „Forums“ am 13. Juni

Über die Verleihung der Europäischen Denkmalpreise anlässlich des Jahres-Kongresses folgt ein eigener Bericht.

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Hamburg: Das „Hafenmuseum im Aufbau“ bietet vielfältiges Sommerprogramm

Das Hafenmuseum im Aufbau zeigt in Kooperation mit der Stiftung Hamburg Maritim Eindrücke aus der Geschichte der Arbeit im Hamburger Hafen. Die Sammlung befindet sich mitten im heutigen Hafengeschehen und wird durch Fachleute vermittelt, die aus ihrer langjährigen Erfahrung berichten. Zu besichtigen ist der historische Kaischuppen 50A mit dem Schaudepot, sowie Großobjekte zu Land und zu Wasser, wie z.B. der Stückgutfrachter, Kaikräne, Van Carrier oder der Schwimmdampfkran. Im Kopfbau sind die "Kaffeeklappe" und der Museumsshop "Zampelbüdel".

Während der Besuchersaison bietet das Hafenmuseum im Aufbau Aktionen und Vorführungen rund um die Themen "Umschlag im Hafen", "Schiffbau" und "Revierschifffahrt".

Welche Arbeiten erfolgten im Schuppen und auf dem Kai? Welche Tätigkeit verrichtete ein Ewerführer? Oder wie hat sich die Arbeitssituation im Hafen durch den Containereinsatz verändert? Dazu können auf dem Schwimmkran oder dem Schutensauger Dampfanlagen in Betrieb erlebt, Umschlagsarbeit mit dem Kaikran oder eine Demonstration mit dem Van Carrier hautnah beobachtet werden. Im Kopfbau des Schuppens 50A befinden sich zudem die historische Kaffeeklappe und der Museumsladen "Zampelbüdel", die zu einem Besuch einladen. An den Wochenenden gibt es ein aufregendes, stets wechselndes Kinderprogramm.

Aktuell: „EXTRATOUR“ am 1. Juni

Die Harburger Seehäfen und die Harburger Binnenhafen

Barkassenrundfahrt mit dem Zeitzeugen Karl-Heinrich Altstaedt, ein echter Waterclerk, heute Buchautor und Experte für Harburgs HafenentwicklungDiese erlebnisreiche Barkassenfahrt zu den Hafenanlagen an der Süderelbe führt von der Norderelbe über den Reiherstieg und die Rethe in die etwas anderen Harburger Häfen als „Sprung über die Elbe“ auf dem Wasserweg. Ausgehend von den frühen Fährverbindungen zwischen Harburg und Hamburg und den markanten Zeugnissen des Zusammenwachsens der Hafen-, Werft- und Industriebereiche zwischen Hamburg, Wilhelmsburg und Harburg hören wir von alten Rivalitäten und neuen Visionen und erkunden nach der Schleusung den um die alte Festungsanlage der Harburger Schlossinsel entstandenen Binnenhafen und interessante Bereiche der ab 1904 gebauten Seehafenbecken mit den anliegenden, vor allem auf Palmöl, Kopra und Kautschuk ausgerichteten hafennahen Industrien.

Sonntag, 1.6., Abfahrt 14h
Dauer 3 Stunden, 20 Euro, inklusive Eintritt Hafenmuseum im Aufbau
Treffpunkt Hafenmuseum im Aufbau
Kaischuppen 50A, Australiastraße, 20457 Hamburg
Anmeldung unter Tel. (040-) 730 911 84 erforderlich!

Die EXTRATOUREN sind eine Veranstaltung des Hafenmuseums im Aufbau in Kooperation mit alsterundelbe.de

Eine Übersicht über alle Touren bietet der Flyer, der am Ende der Hafenmuseums-Website zum Herunterladen bereitsteht.

(Quelle: Pressetexte des Museums der Arbeit)

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Köln-Ossendorf: Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt weiterhin die Sanierung des Flughafens Butzweiler Hof

Nördlich von Köln entstand bereits 1909 auf dem Gelände des einstigen Butzweiler Hofes die erste Luftschiffhalle des "Luftschiffhafens Coeln". 1915 eröffnete hier die erste Fliegerschule Deutschlands. Im 1. Weltkrieg diente die Anlage als Standort von Kriegszeppelinen, später als Militärflughafen. Mit Unterstützung des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer folgten 1926 die Erweiterungsbauten für einen zivilen Flughafen, der sich mit Linienflügen in europäische Hauptstädte bald zum "Luftkreuz des Westens" entwickelte.

Zu Beginn der 30er Jahre war das Luftverkehrsaufkommen derart gestiegen, dass 1933 ein neuer Flughafen geplant wurde. Die städtische Hochbauabteilung unter der Leitung von Hans Heinrich Mehrtens und später Otto Bongartz entwickelte mit den Architekten Emil Rudolf Mewes und Max Albert sowie mit dem Statiker Hermann Bartsch bis 1935 die neue Anlage. Am 24. Juli 1936 eröffnete der neue Flughafen, der aus dem Empfangs- und Verwaltungsgebäude, dem Betriebshof, der Flugzeughalle I mit Nebentrakten und Tower sowie einer westlichen Zuschauertribüne bestand.

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Bis 1967 waren hier Alliierte stationiert, danach übernahm die Bundeswehr das Gelände.

Das Kernstück der Anlage bildet die zweigeschossige Empfangshalle, die durch sechs je zu zwei Gruppen zusammengefasste schmale Hochrechteckfenster im Erdgeschoss und acht quadratische Fenster im Obergeschoss gegliedert wird. Weite Dachüberstände bestimmen die Fassade. Die Halle besaß einen repräsentativen Boden aus Schiefer- und Solnhofenerplatten, Vitrinen mit typischen Kölner Produkten warben für den Wirtschaftsstandort Köln. Zum Rollfeld hin gab es einen Aufenthaltsbereich mit großer Fensterfront. Die Gesamtanlage ist dem Neuen Bauen verpflichtet, greift jedoch auch Versatzstücke barocker Repräsentationsarchitektur auf. Allein der Tower mit ursprünglich übereck geführter Verglasung und einer Kanzel knüpft direkt an die Moderne der 1920er Jahre an. Der Butzweilerhof war nach Berlin-Tempelhof der zweitgrößte Flughafen Deutschlands.

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Seit 1939 wurde die Empfangshalle zweckentfremdet benutzt und nach den jeweiligen Bedürfnissen umgestaltet. Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk, abgeplatzter Innen- und Außenputz sowie das defekte Glasdach mussten instand gesetzt werden. Um die Instandsetzung und Nutzung der Anlage kümmert sich sehr erfolgreich die Stiftung Butzweiler Hof, die nun zum zweiten Mal dabei Hilfe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erhält. Der Butzweiler Hof in Köln ist damit eines von über 280 Förderprojekten, die die Stiftung dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in NRW fördern konnte. Seit 2005 wird die Stiftung in Köln von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Kai Nilson unterstützt.

Eine umfangreiche Darstellung des Flughafens finden Sie im Angebot des Vereins „Rheinische Industriekultur“. Am 20. Juni bietet der Verein um 16 Uhr eine einstündige Führung durch die Anlage an. Anschließend findet dort die Jahreshauptversammlung statt.

Anmeldung unter: info@rheinische-industriekultur.de

(unter Verwendung eines Pressetextes der Deutschen Stiftung Denkmalschutz)

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Kayseri/Türkei: Save the Kayseri Sümerbank Textile Factory Complex

The Sümerbank Complex was one of the earliest industrial production plants of the young Turkish Republic. It was not only intended for the development of the local and national economy but also as a part of the socio-political revolution aimed at nation-building and modernization. The complex was designed in Moscow and constructed with a loan from the USSR in 1934-1935. The architectural style is undoubtedly Modern. The architects (including I. Nikolaev) were Russian and the constructor was a Turkish Firm (Abdurrahman Naci Bey).

The plant produced cotton textiles and employed 2100 workers and 155 clerks. In addition to the administration, production and energy facilities the complex included housing for the clerks and foremen, an infirmary, a day-care center for the children, social facilities for the workers and the clerks, a market and a bakery as well as a movie-theatre, a soccer-field with a capacity for 1000 spectators, tennis-courts, a semi-olypmic pool and an open air casino organized around it. The architectural design is simple and functional and follows modernist ideology.

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The design of the housing units, on the other hand, cannot be classified as “social”: The first group constructed in 1935 included apartment buildings comprising of five-room duplex flats and three-room flats for the head clerks and two-room flats for the foremen. A separate hostel for the workmen was constructed in 1937. The design of the houses is functional; the structures are reinforced concrete but the façade claddings are of local stone. A total of six different types have been produced between 1935 and 1950. The complex itself generated the development of the areas immediately surrounding it in due time. In the 1950s land was allotted for the construction of housing for retired employees, and similar housing projects around the complex continued until the 1970s, producing at least four neighborhoods around.

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In terms of local and national economic development, the complex provided in service training for its employees, who in their turn established new production facilities of their own in Kayseri and elsewhere. The commercial and social growth initiated led to the development of the city while the architectural characteristics of the complex directed the urban development of Kayseri, the modernist principles becoming one of the major considerations in new development.

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However the plant lost its function in 1998. Its ownership was transferred to Erciyes University in 1999 but has so far remained in disuse. Meanwhile it has been the subject of various architectural research projects and papers as well as a number of graduate theses and PhD dissertations.

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(Kraftwerk)

DOCOMOMO_Turkey has concentrated its efforts for the preservation of the complex since 2003 when the main plant and four types of in service housing were registered in the national inventory and a conservation area was designated around the remaining parts of the complex. However disuse and neglect has resulted in rapid deterioration of the existing buildings and the removal of some of the separately unregistered parts has come into question. As a result, DOCOMOMO_Turkey has applied to the concerned Kayseri Regional Commission on the Conservation of Cultural and Natural Property last month for the registration of the remaining parts separately on the national inventory in order to prevent their demolition and ensure their preservation as inherent parts of this modern complex.

We would like to ask the support of all the national working parties within DOCOMOMO International for the preservation of the Kayseri Sümerbank Textile Factory Complex, which has become a symbol of Kayseri as well as a national symbol of Turkish modernization. Your names will be included in the dossier presented to the Conservation Commission concerned and will hopefully help its members to understand the heritage value and unique qualities of this complex. Please also forward this link to all your members and national institutions in the field of architecture and ask them to support us by signing this petition.

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(Foto Credit: Burak Asiliskender, Kayseri)

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Duisburg: Fachtagung „Denkmalwert – Erhaltungsfähig? Denkmale der Großindustrie – Erfahrungen, Entwicklungen, Grenzen“

Seit mehr als 20 Jahren werden in der Bundesrepublik sehr große Industriedenkmale erhalten, wie Schachtanlagen, Kokereien und Hochofenwerke. Ohne Zweifel war es das Verdienst der IBA EmscherPark, viele dieser Anlagen vor dem Abriss zu bewahren und Wege für eine langfristige Erhaltung zu finden. Unterstützt wurden  diese Bestrebungen durch die zeitgleich erfolgte Ernennung der Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe, der später die Zeche Zollverein folgte. Diese Beispiele waren befruchtend für die Industriedenkmalpflege in Deutschland und Europa. Die Erhaltungsbemühungen um diese „schwierigen Denkmale“ wurden und werden besonders beobachtet. Für die öffentliche Akzeptanz, aber auch für die Erhaltungspraxis zur Sicherung dieser großindustriellen Denkmale hat sich ein großer Erfahrungsschatz herausgebildet, der nun schon den Zeitraum fast einer Generation umfasst.

Der Anlass für eine Diskussion und Reflektion der bisherigen Erfahrungen, aber auch der sich vergrößernden Probleme bei der Erhaltung dieser Anlagen sind die immer weiter eingeschränkten finanziellen Mittel, die fast ausschließlich von der öffentlichen Hand kommen, und damit verbunden die Grenzen bei der Erhaltung, die sich aus dem nun schon langfristigen Bestand dieser Denkmale ergeben.

Hatte in der Anfangszeit noch die Illusion bestanden, große Teile der Anlagen unter dem von IBA-Chef Karl Ganser propagierten, gleichwohl irreführenden Begriff „kontrollierte Ruine“ über die Zeit zu bringen, so muss heute festgestellt werden, dass gerade diese nicht instand gesetzten oder gesicherten Anlagenteile inzwischen zu den größten Erhaltungsproblemen führen. Demgegenüber befinden sich die meisten in den letzten zwanzig Jahren bearbeiteten, d.h. reparierten, ausgebesserten oder auch “entfeinerten“ Bauteile in besserem Zustand; sie erfordern allerdings nach wie vor einen laufenden Bauunterhalt. Hilfreich für die längerfristige Erhaltung waren und sind Aktionspläne oder Pflegewerke, in denen Prioritäten festgelegt wurden und mit denen die größten Gefährdungen abgewendet werden konnten.

Aber auch die Entfernung von dünneren Leitungen und Stahlbauteilen stößt mittlerweile an Grenzen; so sind beispielsweise Rohrleitungen mit eigentlich großen Materialstärken inzwischen durch innere und äußere Korrosion im Bestand gefährdet und können ihre statische Stabilität verlieren.

Für die angesprochenen Probleme bot der Tagungsort Duisburg-Meiderich ausreichend Beispiele. Drei exemplarische Fälle unterschiedlicher Problemstellung konnten als praktische Diskussionsgrundlage vor Ort besichtigt und untersucht werden.

Bei internationalen Tagungen und Kongressen zur allgemeinen denkmalpflegerischen Themen wie speziell zur Industriedenkmalpflege und Industriekultur ist in letzter Zeit deutlich geworden, dass die hier diskutierten Fragen bis auf wenige Ausnahmen in Deutschland am weitesten entwickelt sind. Große Industriedenkmale z.B. in den europäischen Nachbarländern sind entweder von der Problemgröße oder vom Entwicklungsstand her wenig vergleichbar.

Ziel der Tagung war, die „direkt Betroffenen“, also die Hüter, Bewahrer und Verwalter entsprechender Objekte, die wissenschaftlich oder baulich in diesem Feld Tätigen und die mit den rechtlichen und organisatorischen Fragen Befassten, an einen Tisch zu bringen und die Möglichkeiten eines regelmäßigen Austausches und gemeinsamen Vorgehens in bestimmten Fragen von gemeinsamem Interesse auszuloten. Die Tagungsbeiträge und die abschließende Diskussion sollen dokumentiert und publiziert werden.

(Text Rolf Höhmann, bearb. von der Redaktion)

Weitere Informationen zur Industriekultur in NRW hier

Die „Big Seven“ der Industriedenkmalpflege in Deutschland:

Hüttenwerk Duisburg-Meiderich
Zeche Zollverein, Essen-Katernberg
Kokerei Zollverein, Essen-Katernberg
Henrichshütte Hattingen
Hüttenwerk Phoenix-West, Dortmund-Hörde
Kokerei Hansa, Dortmund-Huckarde
Völklinger Hütte

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