Archiv für den Monat: Oktober 2007

Berlin: Internet-Ideenbörse: Was wird aus dem Flughafen Tempelhof?

"Genau nach Nordwesten, zur Berliner City hin, liegt der Viertelkreis des 1,2 Kilometer langen Hangargebäudes mit der vorgelagerten Eingangshalle. Es markiert eine signifikante Grenze zur Stadt, die das dahinterliegende Areal des Flugplatzes zu einem Binnenraum inmitten Berlins macht."
(aus dem Projekttext "Geschichtsthemenpark" von Jochen Eisertraut)

Mit einer offenen Ideebörse im Internet sammelt die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom 6. Oktober bis 2. November Ideen und Einschätzung der Öffentlichkeit. Ein „moderierter Online-Dialog“ ermöglicht den Austausch mit anderen Teilnehmern und Experten.

Eine „Hitliste“ von Vorschlägen zur Nachnutzung enthält neben Landschafts- und Wissenschaftsparks auch Vorschläge wie einen allgemeinen „Geschichtsthemenpark“ sowie ein großangelegtes Luftfahrtmuseum.

Gleichzeitig werden ab dem 5. Oktober im historischen, im Dritten Reich nach Plänen von Ernst Sagebiel entstandenen Empfangsgebäude eine Ausstellung zur Geschichte des Flughafens und die aktuellen Planungen zur Nach- und Zwischennutzung des Geländes gezeigt.

Weitere Information unter: www.berlin.de/flughafen-tempelhof

Literatur:Elke Dittrich: Ernst Sagebiel: Leben und Werk (1892-1970). Berlin (Lukas) 2005

Dinslaken: Werkstattwettbewerb für Gelände der Zeche Lohberg entschieden

Wie rp-online berichtet, gab Bürgermeisterin Sabine Weiss am 15. Oktober die Entscheidung der fünfzehnköpfigen Jury bekannt.

„Und so hat sich Architekt Kai Stege die Zukunft Lohbergs vorgestellt: Ein „Bergpark“, der sich als weite Grünfläche zwischen Hünxer Straße und der Kuppe der Halde erstreckt, wird mit seinem regenwassergespeisten Weiher dem Stadtteil ein neues Gesicht verleihen. Zudem soll „Alt-Lohberg schalenförmig auf dem Zechengelände weitergebaut“ werden. Das Neubaugebiet im Norden Lohbergs soll an die alte Zechensiedlung angeschlossen werden. Ein zentraler Punkt des Entwurfs ist die Verkehrsberuhigung und Umleitung der Hünxer Straße. „Die Straße hat zu einer Trennung des Stadtteils geführt“ (Kai Stege). Und so wird der Durchgangsverkehr in Zukunft hinter dem Zechenareal fließen, während die Hünxer Straße verengt, begrünt und verkehrsberuhigt wird. Das Zechengelände – inklusive der denkmalgeschützten Fördertürme – soll als „historischer, zentraler Zechencluster“ bewahrt und ins Stadtbild integriert werden. Südlich des „Zechenclusters“ werden Feuerwehr und Gewerbe angesiedelt. Dazwischen wird es eine Grünfläche für eine Verbindung von Lohberg und Oberlohberg geben.“

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Die Zeche Lohberg wurde 1905 gegründet und stellte nach genau einhundert Jahren Ende 2005 die Förderung ein; ein halbes Jahr später fand die letzte Grubenfahrt statt.

Weitere Informationen und Bilder zur Zeche Lohberg:
Wikipedia, Stichwort „Zeche Lohberg“
www.bergwerk-lohberg.de
Route der Industriekultur hier
Visueller Rundgang von Martin Wallbaum hier

Mülhausen/Elsaß: Campus „La Fonderie“ der Universität feierlich eröffnet

Das bereits 1826 gegründete Unternehmen SACM belieferte unter anderem die elsässische Textilindustrie mit Maschinen. Im Jahre 1922 wurde vom Mülhausener Architekten Paul Marozeau in Stahlbeton die riesige zweischiffige Halle errichtet, die an einer Längsseite von einer Silo- bzw. Bunkerreihe flankiert wird.

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Bei dem vom elsässischen Architekten Christian Plisson (Büro Mongiello & Plisson) geplanten Umbau (Kosten: 39 Mio. ¤) wurde eine Halle als zentrale Passage weitgehend freigehalten; von ihr aus werden die neu eingefügten Räume zu beiden Seiten erschlossen. Während auf den Erhalt „historischer Spuren“ und Maschinen zugunsten im ganzen Bau verteilter Großfotos aus der Fabrikzeit verzichtet wurde, ist die abstrakte Grundform des Stahlbetonbaus außen und innen herausgearbeitet.

Anlässlich der Einweihung erschien ein von mehreren Mitarbeitern der Hochschule gemeinsam verfasstes Buch, das 180 Jahre Firmengeschichte und ihre baulichen Zeugen zusammenfasst (De la Fonderie à l’Université de Mulhouse 1826-2007. SACM – Quelle belle histoire, Mülhausen (La nuée bleue) 2007).

Während auf einem weiteren, freigeräumten Teil der Industriebrache Wohnungsbau betrieben wird, ist ein Teil des riesigen Werksgeländes auch noch in, wenn auch reduzierter, industrieller Nutzung.

Dass man sich im bisher vor allem durch seine Technikmuseen (Auto-Sammlung Schlumpf, Französisches Eisenbahnmuseum; EDF-Elektropolis) bekannten Mülhausen nun verstärkt auch für das bauliche industrielle Erbe einsetzen will, zeigen auch die Bemühungen, den legendären, riesigen Textilfabrikkomplex DMC  (Dollfuss, Mieg & Cie) und die benachbarte „Cité Industriel“ als Weltkulturerbe registrieren zu lassen.

Mehr zu "La Fonderie" unter: www.mongiello-plisson.com

Rapperswil/Schweiz: Sanierung und Teilrekonstruktion des Eisenbahn-Empfangsgebäudes

Unter Leitung der Architekten Stutz, Bolt und Partner (Winterthur) entsteht bis Juli 2008 ein neues „Bahnreisezentrum“.

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Zu dem sowohl für den Nahverkehr im Züricher Umland wie den Tourismus wichtigen Bahnhof gehören auch historische Lok- und Güterschuppen, Bahnsteigüberdachungen und eine lange Fußgängerüberführung. Einige dieser Elemente sind bereits sorgfältig restauriert und ergänzt worden.

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Daun/Gerolstein (Eifel): Symposion „Lava-Abbau und Landschaftsschutz in der Eifel“

Der Kreisverband des Rheinischen Vereins veranstaltet deshalb am 27.Oktober 2007 in Gerolstein, Stadthalle Rondell, ein Symposion zum Thema. Dabei will man sich gemeinsam mit maßgeblichen Vertretern aus dem wissenschaftlichen, politisch verantwortlichen und touristischen Bereich sowie der relevanten Verbände intensiver mit den verschiedenen Aspekten dieser Problematik befassen. Dabei werden auch touristische und industriegeschichtliche Aspekte berücksichtigt. Der Abbau von Lava und anderen vulkanischen Gesteinen bildete einen der wichtigsten Industriezweige der Nordeifel und hatte Einfluß auf die Entwicklung der Infrastruktur (Brohltalbahn).

Programm und Teilnahme-Informationen finden sie auf der homepage des RVDL

http://www.rheinischer-verein.de/Aktuelles/symposium.htm

Wartgesheut_klein.jpg(Foto: Wartgesberg)

weitere Info zum Lavaabbau allgemein hier