Archiv für den Monat: Juli 2007

Wuppertal: Schwebebahn macht „fleissige“ Sommerpause

Die seit Jahren laufende weitgehende Erneuerung der Stahlkonstruktionen der Wuppertaler Schwebebahn wird in diesem Sommer mit der Erneuerung der Station Vohwinkel fortgesetzt. Während die 27 Züge der Schwebebahn in ihren Depots bleiben, sind die Fahrer überwiegend für den Ersatzverkehr mit Bussen eingesetzt.

 

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Ein Großteil der gut 13 Kilometer langen Strecke wurde in den letzten Jahren vor allem mit Landesmitteln bereits erneuert. Als Grund werden nach lassende Tragfähigkeit und Belastung durch die zahlreichen Schichten des Schutzanstriches genannt. Umstritten ist vor allem auch der Neubau zahlreicher Stationen, die konstruktiv fest mit dem Streckengerüst verbunden waren. Zwar erhielt die Schwebebahn vor allem seit den Kriegszerstörungen immer wieder neue Haltepunkte; Abbruch und Neubau fast aller Stationen erschien Vielen aber unnötig.

 

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Die Erneuerung der Tragkonstruktion soll auch eine erhöhte Taktzahl mit einem Zugabstand von nur zwei Minuten ermöglichen; die Wuppertaler Stadtwerke stellen damit gegenüber der historischen Einmaligkeit und Originalität die weitere intensive Nutzung als Verkehrsmittel in den Vordergrund.

 

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Beim Neubau der Station Vohwinkel und des zugehörigen Streckenabschnittes, an dem etwa hundert Arbeiter beteiligt sind, kommt noch die traditionelle Niettechnik zum Einsatz; sie gilt als haltbarer gegenüber modernen Schraubverbindungen. Die neu gestaltete Station wurde in Moers vorgefertigt und wird in Wuppertal nur zusammengesetzt, damit rechtzeitig spätestens zum Ende der Sommerferien die Bahn wieder ihre Funktion erfüllen und derzeit täglich etwa 86.000 Passagiere befördern kann.

 

Fotostrecke des Kölner Stadtanzeigers unter: www.ksta.de/fotoline

Offizielle Website zur Schwebebahn:

www.wsw-online.de/schwebebahn/sprachen/deutsch

 

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Köln: Möhring-Halle bleibt stehen

Wie die Kölner Presse meldete, wird die Firma NKT Cables ihre neue Seekabelfabrik mit größter Wahrscheinlichkeit nicht am Mülheimer Hafen, sondern auf dem Bayer-Gelände („Chemiepark“) in Köln-Flittard ansiedeln. Ursprünglich hatte die Stadt Köln dem Unternehmen das derzeit im Besitz der Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen befindliche Gelände der Firma KHD angeboten. Ein Teil der überwiegend aus der Zeit um 1900 stammenden Bebauung steht unter Denkmalschutz. Dazu gehört auch eine urspünglich 1902 für die Düsseldorfer Industrieausstellung errichtete und später nach Köln versetzte Halle nach Plänen des Berliner Architekten Bruno Möhring. Erst vor wenigen Jahren war die Halle, nicht zuletzt eine direkte Vorläuferin der berühmten Maschinenhalle der Zeche Zollern II in Dortmund (jetzt Zentrale des Westfälischen Industriemuseums), wieder entdeckt worden. Das zentral zwischen Deutz-Mülheimer Strasse und Mülheimer Hafen sowie zwischen der Kölner Messe und dem Mülheimer Stadtkern gelegene Gelände, industriegeschichtlich hochbedeutend als Schauplatz der Entwicklung des Verbrennungsmotors unter Nikolaus August Otto, Gottfried Daimler und Wilhelm Maybach, soll mit Hilfe privater Investoren für Wohnen und innovatives Gewerbe unter weitgehender Einbeziehung historischer Bauten umgewandelt werden. Kurz vor Abschluss entsprechender Vereinbarungen hatte das Angebot der Stadt an NKT Cables diese jahrelang vorangetriebenen Pläne bedroht. Neben der stadtplanerisch wünschenswerten hochwertigen Mischnutzung des Geländes in Messe- und Rheinnähe sprachen weitere Gründe gegen die Neuansiedlung: das Ausmaß der geplanten Fabrikanlage mit erheblicher Höhenentwicklung und der Wunsch nach möglichst frühem Baubeginn vor allem im Zusammenhang mit einer unklare Altlastensituation. Nach den Planungen sollten vom Altbaubestand, der auch die ehemalige Gießerei am Nordende des Geländes umfasst, nur der stadtbildprägende Gebäuderiegel entlang der Deutz-Mülheimer Strasse erhalten bleiben. Die Möhring-Halle in Geländemitte sollte dagegen an einen nicht näher bezeichneten Ort versetzt werden.

 

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Die jetzt auf maßgebliches Betreiben der Mülheimer Bezirksvertretung gefundene Lösung – ein Alternativstandort im Neusser Hafen, der besonders auch wegen Verlagerung von 500 Arbeitsplätzen vermieden werden sollte, stand inzwischen nicht mehr zur Verfügung – nimmt den Druck von dem historischen Gelände der Gasmotorenfabrik und lässt eine von dem vorgesehenen Investor bereits andernorts erfolgreich umgesetzte schrittweise, denkmal- und geschichtsfreundliche Entwicklung erhoffen. Möglicherweise hat sie aber auch das Bewusstsein für den Wert eines der industriegeschichtlich herausragendsten Standorte in Köln gestärkt; zumindest sind der drohende Verlust wichtiger, ortsgebundener Zeugnisse erst einmal gestoppt und Potentiale erhalten, die in kürzerer oder längerer Perspektive eine interessante Rolle spielen können.

 

 

Nähere Informationen zum historischen Standort „Gasmotorenfabrik Deutz“ unter:www.rheinische-industriekultur.de

 

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Königswinter: Haus Schlesien zeigt zwei Ausstellungen zur Industriekultur

"Gut betucht. Textilproduktion und Tuchhandel in Schlesien."

Schlesisches Leinen war Jahrhunderte lang ein Begriff und "Exportschlager" nach ganz Europa und Amerika. Das Weberhandwerk und die Leinenherstellung haben in Schlesien seit dem späten Mittelalter Tradition. Textilproduktion und -handel waren bis weit ins 20. Jahrhundert Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Auch beim Wiederaufbau im Westen nach 1945 spielten schlesische Unternehmer und Fachkräfte eine große Rolle. Aber auch das insbesondere im 19. Jahrhundert herrschende soziale Elend der Weber an den häuslichen Webstühlen ist durch die Weberaufstände und nicht zuletzt das Drama des schlesischen Literaturnobel-preisträgers Gerhart Hauptmann "Die Weber" bekannt. 

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Die neue Sonderausstellung widmet sich der Textilproduktion von der handwerklichen bis zur industriellen Fertigung. Die Vielfalt der dargestellten Aspekte reicht vom typischen Blaudruck über die Spitzenproduktion und Weißstickerei im Riesengebirge, die weltweit bekannte Laubaner Taschentuchfabrikation, die Trachten- und Haubenfertigung bis hin zur Blüte des Jugendstils und des Art déco in der Jacquardweberei. Einzelnen Unternehmerpersönlichkeiten und wirtschaftspolitisch führenden Köpfen der jeweiligen Zeitabschnitte werden besondere Schwerpunkte gewidmet.

 

 

"Natürlich Oder. Ein Fluß wird neu entdeckt."

Die Oder hat viele Gesichter. Der international erfahrene Expeditions-fotograf Willy Sinn hat diese Vielfalt von Frankfurt/Oder bis Gleiwitz aus den unterschiedlichsten Perspektiven festgehalten. Nicht nur die teilweise sehr ursprünglichen landschaftlichen Schönheiten mit ihrem heute hohen ökologischen Wert, auch die Silhouetten wichtiger Städte, prägnante Brückenbauwerke und interessante technische Details der Schleusen und Kraftwerke an der Oder werden in dieser Ausstellung gezeigt. Eine reizvolle Fahrt auf der "Lebensader Schlesiens", die dazu beitragen möchte, diesen Fluss erneut zu entdecken.

kl_10_2_Schleuse_in_Neuweid.jpg  Schleuse am Gleiwitzkanal in Neuweid

Wer nicht ins Siebengebirge reisen möchte oder kann, dem sei die ausführliche Wiedergabe dieser Ausstellung im Internet empfohlen.

Weitere Informationen unter: www.hausschlesien.de

 

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